Kategorie: NATO

Afghanistan: 20 Jahre NATO-Krieg, Kriegsverbrechen und ignorierte Opfer

Redebeitrag zu „Verluste an Menschenleben und Gesundheitauf der Konferenz „20 Jahre NATO-Krieg in Afghanistan – eine vorläufige Bilanz“ am Sonntag, 31.10.2021 im Gewerkschaftshaus in Frankfurt

Ich werde mich angesichts Kürze der Zeit bzgl. der humanitären Kosten des Krieges in Afghanistan auf die Todesopfer konzentrieren. Deren Abschätzung ist aufgrund der Datenlage nicht einfach.

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Humanitarian cost of post-9/11/01 U.S. and NATO wars tops 4 million dead

Übersetzung meines Telepolis-Artikels „Zwanzig Jahre nach „Nine Eleven“ – die humanitären Kosten der nachfolgenden US- und Nato-Kriege

Humanitarian cost of post-9/11/01 U.S. and NATO wars tops 4 million dead

By Joachim Guilliard
Workers World, October 22, 2021

The author is an anti-imperialist German analyst of the U.S./NATO wars in Central and West Asia. Translation: by John Catalinotto.

According to the latest report from the Costs of War Project at Brown University in Rhode Island, the wars the U.S. and its allies unleashed after September 11, 2001, killed over 900,000 people. This is a minimum. Taking into account the large gaps in coverage and the far higher number of indirect casualties, the actual figure may exceed four million. In addition, the wars wounded and traumatized far more people in the affected countries, and displaced over 38 million people.

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Wieviele Menschen starben im Krieg gegen den Terror? | Berliner Zeitung

Die Kämpfe seit 9/11 wurden meist mit dem Einsatz für Demokratie und Menschenrechte begründet. Auf die Zahl der zivilen Toten wurde kaum geschaut.

erschien online in der Berliner Zeitung am 18.9.2021

Am 11. September jährten sich die Terroranschläge in New York und Washington zum 20. Mal und kurz darauf auch der sogenannte „Krieg gegen Terror“, den die USA in Reaktion darauf mit dem Angriff auf Afghanistan ab dem 7. Oktober 2001 entfesselten. Der Krieg der USA und der Nato in diesem zuvor schon geschundenen Land am Hindukusch ging mit dem Abzug der letzten Truppen nun zu Ende. Der Anschlag auf US-Truppen auf dem Flughafen in Kabul, bei dem auch Dutzende Zivilisten getötet wurden, sowie die zivilen Opfer der Drohnenangriffe, die US-Präsident John Biden als Vergeltung fliegen ließ, weisen aber noch einmal beispielhaft auf den hohen Blutzoll hin, den die militärischen Interventionen, die nach dem 11. September 2001 auf immer mehr Länder ausgeweitet wurden, von der jeweils betroffenen Bevölkerung forderten.
Das ganze Ausmaß der humanitären Kosten blieb der Öffentlichkeit bisher weitgehend verborgen. Für eine Bewertung der Kriege und Interventionen, die westliche Staaten in den letzten 20 Jahren begannen oder unterstützen, wie auch die Diskussion über zukünftige, ist eine realistische Einschätzung der Zahl ihrer Opfer jedoch unerlässlich.

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Zwanzig Jahre nach „Nine Eleven“ – die humanitären Kosten der nachfolgenden US- und Nato-Kriege

erschienen bei Telepolis, 17. September 2021

Dem jüngsten Bericht des „Costs of War“-Projekts an der US-amerikanischen Brown University in Rhode Island zufolge wurden durch die nach dem 11. September 2001 von den USA und ihren Verbündeten entfesselten Kriege über 900.000 Menschen getötet.Berücksichtigt man die großen Lücken bei der Erfassung und die weit höhere Zahl von indirekten Todesopfern, kann die tatsächliche Zahl vier Millionen übersteigen. Noch weit mehr Menschen in den betroffenen Ländern wurden durch die Kriege verwundet und traumatisiert, über 38 Millionen vertrieben.

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„Alles ist drin“ ‒ Grüner Menschenrechts-Interventionismus für westliche Vorherrschaft

Der Menschenrechtsinterventionismus der Grünen tarnt sich als Kampf für das Gute, dient aber vor allem dem Erhalt der westlichen Vorherrschaft

erschien etwas gekürzt im FriedensJournal 4/2021 und vollständig am 13. Juli 2021 auf Telepolis unter der Überschrift „Der Nato und einer starken transatlantischen Allianz verpflichtet

Parallel zum Parteitag von Bündnis 90/Die Grünen hat vom 11. bis 13. Juni auch der G7-Gipfel im englischen Carbis Bay und wenig später der Nato-Gipfel in Brüssel stattgefunden. Sowohl in Carbis Bay als auch in Brüssel einigten sich die Teilnehmer auf einen aggressiveren Kurs gegen Russland und China. Die Nato stünde, wie es US-Präsident Joe Biden formulierte, im Umgang mit diesen beiden Ländern vor „neuen Herausforderungen“, da beide, „nicht so wie von uns erhofft“ handelten.

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NATO-Rückzug aus Afghanistan: Bilanz nach fast 20 Jahren NATO-Krieg

erschien leicht gekürzt und ohne Quellenangaben in IPPNW forum 166/2021, Juni 2021 – Druckversion (PDF)

Nachdem sie die Entscheidung Washingtons, die US-Truppen bis spätestens 11. September 2021 aus Afghanistan abzuziehen, unter Zugzwang setzte, haben auch die Bundeswehr und die anderen NATOPartner ihren Rückzug begonnen. Die noch knapp 10.000 NATO-Soldat*innen lassen ihr Einsatzgebiet in einem katastrophalen Zustand zurück.

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Antikriegstag 2020: Kriege, Interventionen, Blockaden und „Regime Change“-Bemühungen beenden!

Joachim Guilliard, Rede zum Antikriegstag 2020 auf der Kundgebung des DGB Heidelberg und des Friedensbündnis Heidelberg am Di. 1.9.2020, 17 Uhr auf dem Bismarckplatz (»» Flugblatt des Friedensbündnis)

Am 1. September 1939 begann das faschistische Deutschland mit dem Überfall auf Polen den verheerendsten Krieg der Geschichte. Weltweit führte er zur Verwüstung vieler Länder und zum Tod von 60 bis 80 Millionen Menschen, davon 27 Millionen allein in der Sowjetunion. Dieses Land trug die Hauptlast des Krieges und leistete den größten Beitrag zum Niederringen des deutschen Faschismus. Daraus ergibt sich eine Verantwortung des heutigen Deutschlands gegenüber dem Nachfolger der SU, Russland, die wir nicht vergessen dürfen. In der aktuellen deutschen Politik spielt dies jedoch überhaupt keine Rolle. Ganz im Gegenteil, beteiligt sich Berlin am aggressiven Kurs der USA und der NATO gegenüber Russland und schickt sogar größere Bundeswehrkontingente zu Großmanöver in den Osten, bis nahe an die russische Grenze.

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Sammelband: „Krise am Golf“ – Hintergründe, Analysen, Berichte

Matin Baraki/Fritz Edlinger (Hg.)
Krise am GolfHintergründe, Analysen, Berichte
Mit Beiträgen von Ali Fatholla-Nejad, Robert Fitzthum, Heinz Gärtner, Joachim Guilliard, Andreas Krieg, Pjotr Kortunov, Tyma Kraitt, Andreas Krieg, Karin Leukefeld, Rachid Ouaissa, Werner Ruf, Markus Schauta und Ludwig Watzal.
ISBN 978-3-85371-466-9, 248 Seiten, 19,90 Euro  (Auch als E-Book erhältlich)
Näheres zum Buch: https://mediashop.at/buecher/krise-am-golf/

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„Stoppt die Kriege – Solidarität mit den Menschen in den Kriegsgebieten“

„Syrien zwischen Kriegstrommeln und Wiederaufbau“

Rede auf der Veranstaltung der NaturFeunde Bad König am 30.4. im Schenkenkeller in Michelstadt. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Stoppt die Kriege – Solidarität mit den Menschen in den Kriegsgebieten“ stehen.

„Stoppt die Kriege“ so der Titel der heutigen Veranstaltung am Vorabend des 1. Mai. In der Ankündigung werden bereits die wichtigsten Länder aufgezählt, die durch Kriege und indirekte Interventionen, an denen die westl. Staaten maßgeblich beteiligt waren, verwüstet wurden: „Afghanistan, Irak, Syrien, Libyen, Jemen und Mali. Man könnte wohl auch noch Somalia, Elfenbeinküste, Sudan und Kongo hinzufügen.
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Verständigung mit Russland, Rechenschaft für NATO-Kriege, Syrien Sanktionen beenden … Rede auf dem Ostermarsch in Aschaffenburg

Der u.a. von Attac Aschaffenburg-Miltenberg und den Friedenstrommlern organisierte Ostermarsch in Aschaffenburg stand unter dem Motto: „ABRÜSTEN STATT AUFRÜSTEN – Nein zum Krieg! Verbot aller Atomwaffen! Entspannung jetzt! “ (siehe Flugblatt ).

Danke für die Einladung. Freue mich, dass auch in Aschaffenburg die Tradition des OM lebendig geblieben ist. Angesichts aktueller und drohender Kriege ist ein starkes Engagement für die im Aufruf angesprochenen Themen dringender denn je.

Wie zugespitzt die Lage mittlerweile ist, demonstrierte beispielhaft vor zwei Wochen das „heute journal“, als Moderator Claus Kleber ohne Vorwarnung den Beginn eines Krieges zwischen der NATO und Russland verkündete. „Amerikanische, deutsche und andere europäische Verbündete“ seien seit heute Nacht „zu Wasser und zu Luft“ „unterwegs nach Estland“, um „russische Verbände zurückzuschlagen“, begann Kleber am 4. April die Abendnachrichten des ZDF („heute journal“ vom 4. April)
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