Kategorie: Nahost

Göttinger Friedenspreis ‒ Diffamierungsversuche gegen „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“

Leserbrief zu „Weniger Unterstützer für Göttinger Friedenspreis„, FR 20.2.2019

Es ist unglaublich: Unterstützer Israels, wie der deutsche Politiker Felix Klein, nehmen sich heraus, Juden und Israelis vorzuschreiben, wie weit Kritik an und Engagement gegen die reaktionäre israelische Politik gehen darf.

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Übrig bleiben Totenstädte ‒ Die verschleierte Brutalität des Krieges der US-Allianz in Syrien und Irak

Erweiterte und aktualisierte Fassung des Beitrags „Vernichtungskriege …“,  erschien leicht gekürzt und ohne Diagramme in junge Welt vom 15.01.2019, Seite 12 / Thema

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… Die unglaubliche Brutalität der westlichen Politik wird bequem versteckt, vernachlässigt oder vergessen.
… Eine koloniale Mentalität oder Denkweise, die an Rassismus grenzt.
 ( Regime Change: Not Iran Too!, Jan Oberg, TFF, 17.8.2018)

Seit mehr als vier Jahren führt eine von den USA angeführte Allianz aus NATO-Staaten, Australien und arabischen Monarchien in Syrien und im Irak Krieg, ohne dass dieser in der westlichen Öffentlichkeit als solcher wahrgenommen würde. In scharfem Gegensatz dazu wurde das russische Eingreifen an der Seite der syrischen Armee 2015 von Beginn an als brutaler Krieg gegen die gesamte Bevölkerung betroffener Gebiete angeprangert. Dabei standen die unter den Gegnern dominierenden dschihadistischen Gruppen dem »Islamischen Staat« (IS oder arabisch despektierlich »Daesch« abgekürzt), gegen den sich der Krieg der US-Allianz offiziell richtet, an Brutalität und rückständiger Ideologie kaum nach. Continue reading „Übrig bleiben Totenstädte ‒ Die verschleierte Brutalität des Krieges der US-Allianz in Syrien und Irak“

„Vernichtungskriege“ ‒ die verschleierte Brutalität des Krieges der US-Allianz in Syrien und Irak

erschien gekürzt in Ossietzky 25 / 2018  – Druckversion PDF

Update 6.1.2019: Bildunterschriften zu Diagrammen bzgl. russischen Angriffen und Zahl der verbliebenen Bewohner in

Als die syrische Armee begann, mit russischer Unterstützung die Provinz Idlib zurückzuerobern, setzte im Westen sofort wieder ‒ wie bei der Befreiung Ost-Aleppos oder der Ost-Ghutas ‒ ein Sturm der Entrüstung ein. Obwohl die dominierenden Kräfte unter den Gegnern jeweils dschihadistische Gruppen waren, die dem „Islamischen Staat“ (IS oder arab. despektierlich „Daesch“) an Brutalität und rückständiger Ideologie kaum nachstehen, werden syrisch-russische Offensiven gegen sie durch westliche Medien und Politiker stets als rücksichtloser Krieg gegen die gesamte Bevölkerung des betroffenen Gebietes angeprangert, während die der US-geführten Allianz in Syrien und im Irak durchweg positiv als alternativlose Feldzüge gegen den Daesch dargestellt werden. Das Bild eines sauberen, präzise gegen den Daesch gerichteten Krieges mit wenigen zivilen Opfern, das die beteiligten NATO-Streitkräfte vermitteln, wird dabei unhinterfragt übernommen.

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Syrien, die Kurden und eine verkürzte Solidarität

Marxistische Blätter  4_2018 (ungekürzte und unredigierte Version)

So berechtigt die Proteste gegen den türkischen Angriff auf Afrin und die anschließende Besatzung waren und sind, zeigen sie erneut, wie bei der Solidarität mit vom Krieg betroffenen Bevölkerungsgruppen in Syrien mit zweierlei Maß gemessen wird. Durch eine kritiklose Parteinahme mit den syrisch-kurdischen Organisationen wird die Gefahr, die ihr Bündnis mit den USA für die territoriale Integrität Syriens darstellt, ausgeblendet. Mit der verbreiteten Gleichsetzung der Politik Russlands in Syrien mit der der Nato-Staaten wird ignoriert, dass diese gemeinsam mit ihren lokalen Verbündeten den Krieg gegen Syrien entfesselt haben und ihn bis heute anfeuern. Durch die beschränkt Analyse und den engen Fokus auf die kurdische Unabhängigkeitsbewegung gerät schließlich auch die große Gefahr einer Ausweitung des Krieges durch die direkten Angriffe von NATO-Staaten und Israels auf syrische Truppen und iranische Einheiten völlig aus dem Blick.

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The war and the media — Double standards for Mosul, Iraq, and Aleppo, Syria

published on Workers World, 10.2.2018

The Pentagon made its largest bombing attack inside Syria since last April on Feb. 6, striking pro-Syrian government forces at the same time as an attack from Israel on Syria. Thus, once again imperialist powers threaten to reignite their campaign to overthrow the legitimate Syrian government. All the more timely is it that Workers World publish this article by anti-war analyst Joachim Guilliard, published Jan. 22 in the German daily newspaper Junge Welt, and translated by WW managing editor John Catalinotto. The article exposes the double standards of the corporate media in Germany — the same would apply to the U.S. corporate media — handling the earlier offensives to drive the Islamic State forces out of Eastern Aleppo in Syria and Mosul in Iraq, respectively. These double standards are used to justify the U.S. and NATO offensives over the past decades, which have brought misery to the populations of both countries.
— WW editors

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Syrien: Weitere Eskalation durch Angriffe der USA und Israels

Die Hinweise darauf, welch großes Eskalationspotential die Politik der führenden syrisch-kurdischen Kräfte PYD/YPG birgt, im Bündnis mit den USA den Osten Syriens zu besetzen, haben sich sehr schnell bestätigt.

Die USA haben am 8. Februar aus diesem, von den überwiegend kurdischen „Syrisch-demokratischen Kräfte“ (SDF) kontrollierten Gebiet heraus, regierungsloyale Kräfte angegriffen und eigenen Angaben zufolge über 100 Gegner getötet. Die US-Armee hat damit deutlich gemacht, dass sie die von ihr erklärten Grenze entlang des Euphrats bei Bedarf auch in direkter militärischen Konfrontation gegen Regierungstruppen durchsetzen wollen. Continue reading „Syrien: Weitere Eskalation durch Angriffe der USA und Israels“

Kurden im Zwielicht: Die türkische Aggression gegen Afrin und die Problematik der Solidarität mit den syrischen Kurden

(Der Beitrag erschien, etwas aktualisiert und überarbeitet, auch bei Rubikon.)

Der Einmarsch türkischer Truppen und dschihadistischen Milizen im Norden Syriens ist zweifelsohne ein verbrecherischer Angriff, der scharf zu verurteilen ist. Proteste gegen die üble, zum guten Teil mit deutschen Waffen durchgeführte Aggression sind daher selbstverständlich angebracht.

Doch warum nur hier? Offensichtlich misst ein Großteil der Linken und der Friedensbewegung bei ihrer Solidarität mit angegriffenen Bevölkerungsgruppen mit zweierlei Maß. Sind kurdisch kontrollierte Gebiete von Angriffen betroffen, gibt es stets einen Aufschrei, werden jedoch nicht-kurdische Dörfer und Städte in Syrien von Kämpfern des selben Schlags attackiert, die nun an der Seite der türkischen Truppen einrücken, dann schert sich kaum jemand darum. Verdienen Assyrer, Drusen, Araber etc. keine Solidarität, wenn ihre Dörfer von islamistischen Milizen verwüstet werden? Wo bleibt der breite Protest gegen das westl. Embargo, das von Deutschland mitgetragen wird und für die gesamte Bevölkerung verheerend ist?

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