The war and the media — Double standards for Mosul, Iraq, and Aleppo, Syria

published on Workers World, 10.2.2018

The Pentagon made its largest bombing attack inside Syria since last April on Feb. 6, striking pro-Syrian government forces at the same time as an attack from Israel on Syria. Thus, once again imperialist powers threaten to reignite their campaign to overthrow the legitimate Syrian government. All the more timely is it that Workers World publish this article by anti-war analyst Joachim Guilliard, published Jan. 22 in the German daily newspaper Junge Welt, and translated by WW managing editor John Catalinotto. The article exposes the double standards of the corporate media in Germany — the same would apply to the U.S. corporate media — handling the earlier offensives to drive the Islamic State forces out of Eastern Aleppo in Syria and Mosul in Iraq, respectively. These double standards are used to justify the U.S. and NATO offensives over the past decades, which have brought misery to the populations of both countries.
— WW editors

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Syrien: Weitere Eskalation durch Angriffe der USA und Israels

Die Hinweise darauf, welch großes Eskalationspotential die Politik der führenden syrisch-kurdischen Kräfte PYD/YPG birgt, im Bündnis mit den USA den Osten Syriens zu besetzen, haben sich sehr schnell bestätigt.

Die USA haben am 8. Februar aus diesem, von den überwiegend kurdischen „Syrisch-demokratischen Kräfte“ (SDF) kontrollierten Gebiet heraus, regierungsloyale Kräfte angegriffen und eigenen Angaben zufolge über 100 Gegner getötet. Die US-Armee hat damit deutlich gemacht, dass sie die von ihr erklärten Grenze entlang des Euphrats bei Bedarf auch in direkter militärischen Konfrontation gegen Regierungstruppen durchsetzen wollen. Syrien: Weitere Eskalation durch Angriffe der USA und Israels weiterlesen

Kurden im Zwielicht: Die türkische Aggression gegen Afrin und die Problematik der Solidarität mit den syrischen Kurden

(Der Beitrag erschien, etwas aktualisiert und überarbeitet, auch bei Rubikon.)

Der Einmarsch türkischer Truppen und dschihadistischen Milizen im Norden Syriens ist zweifelsohne ein verbrecherischer Angriff, der scharf zu verurteilen ist. Proteste gegen die üble, zum guten Teil mit deutschen Waffen durchgeführte Aggression sind daher selbstverständlich angebracht.

Doch warum nur hier? Offensichtlich misst ein Großteil der Linken und der Friedensbewegung bei ihrer Solidarität mit angegriffenen Bevölkerungsgruppen mit zweierlei Maß. Sind kurdisch kontrollierte Gebiete von Angriffen betroffen, gibt es stets einen Aufschrei, werden jedoch nicht-kurdische Dörfer und Städte in Syrien von Kämpfern des selben Schlags attackiert, die nun an der Seite der türkischen Truppen einrücken, dann schert sich kaum jemand darum. Verdienen Assyrer, Drusen, Araber etc. keine Solidarität, wenn ihre Dörfer von islamistischen Milizen verwüstet werden? Wo bleibt der breite Protest gegen das westl. Embargo, das von Deutschland mitgetragen wird und für die gesamte Bevölkerung verheerend ist?

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Doppelmoral und Propaganda – Der Krieg und die Medien

Der Krieg und die Medien – die unterschiedliche Darstellung der Kämpfe um Mossul und Aleppo
erschien in junge Welt, 22.01.2018, Seite 12/ Thema

Redaktionell bearbeitete und stark gekürzte Fassung des Vortrages Real War and Fake News: Die Kämpfe um Mossul und Aleppo vom 2. Dezember 2017 beim Kasseler Friedensratschlag.
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Real War and Fake News: Die Kämpfe um Mossul und Aleppo

(aktualisierte und erweiterte Fassung meiner gleichnamigen Vorträge auf dem IMI-Kongress („Krieg im Informationsraum“) am 18./19 November 2017 und auf dem bundesweiten Friedensratschlag am 2. Dez. 2017 in Kassel)

Eine stark gekürzte Version findet man im Friedensjournal 2018-1 eine Zusammenfasung auf den Thema-Seiten der jungen Welt v. 22.01.2018: Doppelmoral und Propaganda – Der Krieg und die Medien.

Den gesamten Text, inkl. einigen Bildern aus dem Vortrag, findet man hier (PDF) und einige der Folien aus dem Workshop hier (PDF)

Siehe auch das Interview zum Thema mit mir auf Sputnik, 26.11.2017

Inhalt
Fake News und andere Formen der Desinformation1

 

1 Fake News und andere Formen der Desinformation 1
1.1 Kriegslügen ‒ die verhängnisvollsten Fake News 2
1.2 Aleppo und Mossul: Beispiele für Doppelmoral und
Propaganda
2
2 Aleppo ‒„Inbegriff des Schreckens“ 3
2.1 Stimmungsmache gegen strategische Wende im
Syrien-Krieg
3
2.2 Nachrichtenhoheit der Dschihadisten 5
2.3 Professionelle PR-Arbeit 6
2.4 Propaganda durch Einseitigkeit, Aufbauschen und
Filtern
7
2.5 „Fakes“ in etablierten Medien 7
„Twitter-Mädchen“ Bana Alabed 8
Omran – der junge von Aleppo 9
„Aleppo Media Center“ ‒ zentrale Informationsquelle westlicher Medien 9
Die „Weißhelme“ ‒ das erfolgreichste PR-Unternehmen 10
Vorsätzliche Angriffe auf Krankenhäuser 12
Auch Einseitigkeit ist Propaganda 13
2.6 Das reale Kriegsgeschehen in Aleppo 13
3 Das Gegenstück: die „Befreiung Mossuls“ 14
3.1 Zerstörungen und zivile Opfer durch US-Allianz 15
3.2 Desinformation zu Mossul 15
4 US-Allianz: rücksichtsloser und verheerender 16
5 Fazit 17

„Fake News“ sind in letzter Zeit zum Top-Thema geworden, meist in Zusammenhang mit dem neuen US-Präsidenten Trump, „den Russen“ und den sogenannten „Sozialen Medien“. Die öffentlich-rechtlichen Medien und die großen Medienkonzerne reagieren mit der Gründung von Abteilungen für „Faktencheck“. Unter „Fake News“ werden dabei meist nur frei erfundene oder stark verfälschte Nachrichten, also Falschmeldungen oder Falschnachrichten im engeren Sinne verstanden, die politisch motiviert und gezielt auf Täuschung angelegt sind. Sie werden zudem nur in den sogenannten „Sozialen Medien“ verortet, sowie in den Nachrichtenportalen gegnerischer Staaten. Geht es nach dem politischen Mainstream, so könnte man „Fake News“ als die Falschmeldungen und Unwahrheiten definieren, die nicht von den etablierten Medien selbst verbreitet werden. Angesichts des Glaubwürdigkeitsverlusts, den sie in den letzten Jahren erlitten, sind ihre Einrichtungen zur Faktenprüfung daher auch ein Mittel, die Definitionshoheit darüber, welche Informationen noch innerhalb eines als seriös anerkannten Spektrums liegen, zu bewahren.

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Fake News in Propagandaschlacht um Ost-Aleppo und Mossul

Bei der Befreiung von Ost-Aleppo und Mossul hat der westliche Medien-Mainstream gezielt Fake News eingesetzt. Das stellt der Friedensaktivist Joachim Guilliard klar. Im Sputnik-Interview macht er auf die Interessen hinter der westlichen Medienpropaganda aufmerksam, die in Ost-Aleppo die Opfer benutzt und sie in Mossul ausgeblendet hat.
Die Berichte der deutschen Medien zeigten, dass diese sich mehr an den Interessen der herrschenden Kreise hierzulande orientieren als an dem tatsächlichen Geschehen, stellte Joachim Guilliard im Interview mit Sputnik klar. Beide Fälle haben nach seinen Worten gemeinsam: Ost-Aleppo in Syrien und Mossul im Irak waren in Händen dschihadistischer Kräfte, die sich in Brutalität und rückständiger Weltanschauung kaum unterschieden. Bei beiden habe die westliche Berichterstattung Fakten weggelassen und Fake News verbreitet.
(… weiter)

Syrien: Crowdfunding für den Regime Change

(erschien am 18.7.2017 auf Rubikon)

Unter dem Motto „Crowdfunding gegen Kriegsverbrecher“ sammeln seit Mitte Juni einige deutsche und syrische Gruppen im Internet Geldervermeintlich zur Finanzierung von Ermittlungen überKriegsverbrechen in Syrien.

Initiiert hat die Spendensammlung (1) die deutsche Gruppierung „Adopt a revolution“ (AaR), die sich seit 2012 bemüht, syrischen Regierungsgegnern über „Patenschaften“ finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen und hierzulande mit aufwendiger Medienarbeit für den Sturz der Assad-Regierung wirbt. Trotz mehrsprachigem Aufruf handelt es sich bei der Sammelaktion im Wesentlichen um eine deutsche Initiative, mitgetragen von der Frankfurter Hilfsorganisation Medico International und zwei Gruppen der syrischen Opposition ‒ das Syrian Center for Media and Freedom of Expression (SMC) und das Syrian Center For Legal Studies and Researches. Auch ein paar Prominente aus Deutschland unterstützen das Projekt, darunter der Schriftsteller Navid Kermani, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschuss des Bundestages Norbert Röttgen, der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Niels Annen, und die Bundestagsabgeordnete Franziska Brantner von den Grünen (2).

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