„Body-Count“ – 3. Auflage des IPPNW-Reports

US-amerikanische und kanadische Wissenschaftler haben zusammen mit WissenschaftlerInnen des irakischen Gesundheitsministeriums von Mai bis Juli 2011 eine repräsentative Umfrage zur Entwicklung der Sterblichkeit durchgeführt und waren zu dem Schluss gekommen, dass der Krieg etwa eine halbe Million Menschen das Leben gekostet habe. Das sei eine niedrige Schätzung, hatte die Leiterin der Studie, die Gesundheitsexpertin Amy Hagopian von der Washington University in Seattle zugegeben. Denn die Studie berücksichtigt zum Beispiel nicht Familien, die aus dem Land geflohen sind oder zu Binnenflüchtlingen wurden.
Eine Zusammenfassung der Ergebnisse findet man auch in den junge Welt Artikeln vom 05.07.2014 (Vernichtende Bilanz: Zahl der Opfer der Kriege des Westens werden systematisch heruntergespielt) und 07.07.2014 (Vergessene Tote – Teil II: Der Body Count in Afghanistan und Pakistan)
Auszüge aus dem Vorwort zur dritten, aktualisierten Auflage:
Eine Vielzahl von Faktoren haben eine dritte Auflage des „IPPNW Body Count“ erforderlich gemacht. Zunächst ist das Interesse der Friedensbewegung und unabhängiger Journalisten an Informationen aus den Kriegsgebieten Irak, Afghanistan und Pakistan angestiegen, insbesondere vor dem Hintergrund der neuen politischen Entwicklungen mit aufflammenden Bürgerkriegen im Nachgang der US-geführten Militärinterventionen. Weiterhin wurde durch internationale Nachfragen eine Übersetzung der gesamten Arbeit ins Englische erforderlich, die auf der Basis einer möglichst aktuellen Grundlage geschehen soll.
Zuletzt sind neue Studien und Daten publiziert worden, die von unserer Autorengruppe als wichtig angesehen und daher in der vorliegenden Auflage dieser Arbeit diskutiert werden. Diesbezüglich ist insbesondere die im Oktober 2013 im Online-Journal PLOS Medicine erschienene Studie zur Mortalität im Irak zu erwähnen sowie neue Daten und Studien im Zusammenhang mit den von WikiLeaks veröffentlichten „Iraq War Logs“ als auch diverse aktuelle Daten zu Afghanistan und teilweise auch Pakistan.
Die erste Auflage des „IPPNW Body Count“ von Mai 2012 enthielt noch einige Layoutfehler und Unklarheiten im Text und wurde zum 10. Jahrestag der Invasion im Irak 2003 durch die zweite Auflage im März 2013 abgelöst. Diese zweite Auflage erfasste für den Irak einen Zeitraum bis Juli 2011, für Afghanistan den Zeitraum von Oktober 2001 bis Dezember 2011 und für Pakistan einen Zeitraum
vom Jahr 2004 bis Juni 2012.
… die jetzige dritte Auflage dieses neue Vorwort [enthält] eine leicht aktualisierte Einleitung, einen um einige Quellen erweiterten und um eine ausführliche Diskussion der PLOS-Studie ergänzten Irak-Teil durch den Autor Joachim Guilliard, einen zusätzlichen Text zu Afghanistan mit aktualisierten Zahlen bis Ende 2013 und einen aktualisierten Überblick über die Kriegssituation
in Pakistan durch den Autor Lühr Henken. […]
Da der „IPPNW Body Count“ von drei unterschiedlichen Autoren stammt und zu einem Teil aus Zeitschriftenartikeln entstanden ist, bitten wir die Leser eine gewisse Redundanz der Texte und eine fehlende Einheitlichkeit in Organisation und Stil der Arbeit zu verzeihen. […]

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