Predigten und Politik im Iran

Die Meldung über Rafsandschanis Absicht, nach „achtwöchigem Schweigen“ das Teheraner Freitagsgebet leiten zu wollen, habe „die Machthaber und ihr Umfeld in Panik“ gesetzt.
Der Guardian meldete „Rafsanjani, a bitter rival of the supreme leader“ breaking his „month-long silence to issue a stark warning … “
Der Kandisch-Iranische Politiloge Shahir Shahidsaless hält solchen Einschätzungen die Tatsache entgegen, dass es nicht in der Macht Rafsandschanis steht, sich selbst zum Leiter des Freitagsgebet zu bestimmen. Die Entscheidung darüber liegt allein beim „Obersten Führer“ Khamenei. (Prayers and politics in Iran, Asia Times v. 21.7.2009)
Rafsandschani hatte auch keineswegs monatelang geschwiegen, sondern bereits am 28. Juni eine öffentliche Erklärung zu den Ereignissen nach den Wahlen abgegeben, in denen er sie als „Ergebnis komplizierter Plots durch obskure Quellen“ bezeichnete, mit dem „Ziel, Spaltung und Differenzen zwischen dem Volk und dem System“ zu schaffen.
Shahidsaless Meinung nach ist das, was aktuell im Iran geschieht, weder eine Revolution, noch ein Machtkampf, zwischen Fraktionen des klerikalen Establishments sondern ein alter Kampf zwischen denen, die für strenge religiöse Regeln sind, und jenen, die eine Liberalisierung wollen. Die „Moderaten“, wie Rafsandschani seien nicht die Führer des liberalen Teils der Gesellschaft, sondern nützten die Protestbewegung nur aus.

In short, what is happening in Iran is neither a revolution of any kind nor a power struggle, „between factions of the old-guard clergy“, as proposed by the LA Times. The current crisis is a fierce battle between two factions of society. It is a manifestation of a 100-year battle since Iran’s constitutional revolution (1905-1911) between those who advocate the imposition of strict traditional religious codes and those who seek the liberalization of society and the establishment of a tolerant secular government.
Inside the ruling oligarchy, the conservatives who are radically hostile to Western values and modernity are the dominating and indisputable force. This faction, led by the Sepah and the Basij , is represented by Ahmadinejad and is symbolized by the supreme leader. The moderates – Rafsanjani being the most notable figure – are not leading the opposition faction of society. Instead, they are pragmatically capitalizing on the current dissident movement by attaching themselves to the movement in hope of survival. Rafsanjani’s era came to an end after his rival Ahmadinejad crushed him in the presidential elections of 2005.

Eine Antwort auf „Predigten und Politik im Iran“

  1. Die Ratten verlassen das Schiff Über 50 Mitglieder des 86-köpfigen Experten-Rats, dem
    Rafsanjani vorsteht , haben ihn öffentlich aufgefordert, sich
    klarer hinter Khamanei zu stellen. Was er auch inzwischen brav
    getan hat. Auch bestreitet Rafsajani , die Reformer je unterstüzt
    zu haben, nach dem führende “ Reformer “ unter Folter entsprechendes „gestanden “ hatten. Wer auf solche Figuren
    setzt, hat schon längst verloren.

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