Ich kann nicht mehr – #allesaufdentisch

Kulturschaffende, die zum Teil schon  beim satirischen  #allesdichtmachen dabei waren, haben sich nun auf völlig ernsthafte – und damit anscheinend auf umso empörendere Weise – zu Wort gemeldet, indem sie in über 50 Videos WissenschaftlerInnen, Ärzte, Juristen, Medienexperten und andere Fachleute zum Thema Corona interviewten. Es geht unter anderem um eine mögliche Impfpflicht, gekaufte Forschung, die Infektionszahlen und die Rolle der Medien.

Es ist wesentlich zeitaufwendiger, sich das reinzuziehen, da die Interviews meist 20-25 Minuten lang sind. Man kann sich aber einen Überblick durch die Zusammenfassungen unter jedem Video verschaffen.
https://allesaufdentisch.tv/index.html

Die Reaktion darauf macht einen offenen Brief eines ARD-Mitarbeiter noch verständlicher.

Ich kann nicht mehr – offener Brief des ARD-Mitarbeiter Ole Skambraks

In einem offenen Brief äußert sich ein ARD-Mitarbeiter kritisch zu anderthalb Jahren Corona-Berichterstattung: Ole Skambraks arbeitet seit 12 Jahren als redaktioneller Mitarbeiter und Redakteur beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

multipolar, 5. Oktober 2021

Obwohl ihre Redakteure und Schreiberlinge vermutlich kaum einige der Interviews angeschaut haben (die ersten Verisse wurden bereits wenige Stunden veröffentlicht nachdem sie online gingen), stürzten sich die etablierten deutschen Leitmedien über sie her und schütteten, wie es Klaus Hartmann treffend ausdrückte, ein „Kessel Hetze“ über Interviewer und Interviewte aus.

„Getroffene Hunde bellen“, könnte man sagen. Denn die Interviews demonstrieren woran es in den Medien beim Thema seit anderthalb Jahren mangelt: alle relevanten Positionen, Expertisen, Analysen anerkannter Fachleute auf den Tisch zu bringen und so zu einer fruchtbaren Debatte zu kommen, statt nur der von der Regierung und interessierten Kreisen gewollten.

Die Medienmeute heult nun besonders laut, weil es sich bei den meisten Interviewten zweifellos um ausgewiesene Fachleute auf ihrem Gebiet handelt und ihre Sachkenntnis und berufliche Autorität das herrschende Narrativ durchlöchern könnte.
Daher geht man nach dem in solchen Fällen bewährten Framing-Verfahren vor: bevor auch nur ein Satz über die Personen und die Inhalte des Gesagten verloren wird, werden sie in den Beiträgen (die auf journalistisch eigentlich untragbare Weise Meinung mit Bericht vermischen) als „Geschwurbel“ charakterisiert und in die „Querdenker“-Ecke geschoben.

Besonders hat die Schar wohl gleich das erste Interview getroffen, das der Schauspieler Volker Bruch mit Michael Meyen, Professor für Kommunikationswissenschaft, über die neumodischen „Faktenchecker“ führte

Hier heißt es u.a.: „Faktenchecker sind die neue Medienpolizei, die immer dann um sich schießt, wenn doch einmal etwas ans Licht kommt, was der offiziellen Version der Wirklichkeit widerspricht
Im Klartext: Faktenchecker sind Propagandamaschinen, die sich als Journalismus verkleiden.


Diese Kritik können die Macher der etablierten Medien natürlich nicht stehen lassen. Dumm nur, dass ihr Wahrheitsgehalt sich durch Nachprüfen leicht bestätigen lässt: die Faktenchecker werden tatsächlich von den Medien selbst  eingerichtet, die dann wenig verwunderlich deren Positionen das Qualitätssiegel verpassen und gegenteilige Positionen als falsch abqualifizieren, oder – noch geschickter – sich tatsächlich schräge Behauptungen herausgreifen, zerreißen und sie dann pauschal mit oppositionellen Positionen assoziieren.
So wurde auch der Faktenchecker des „unabhängigen Journalistennetz Correctiv“ beispielsweise von der milliardenschweren Eigentümerfamilie der WAZ-Gruppe gegründet und wird u.a. von Google, der Deutschen Bank, der Open Society Foundation von George Soros und RTL finanziert. In seinem „Ethikrat“ sitzen die Chefredakteure von ZDF, Focus, Spiegel, Stern, Zeit etc. – offensichtlich geballte „Unabhängigkeit“.

Die NachDenkSeiten brachten über diese empörende und erhellende Geschichte zwei gute Beiträge:

Ein Kessel Hetze – gegen „Alles auf den Tisch! Klaus Hartmann NDS, 07. Oktober 2021 #allesaufdentisch … und die Schädlingsbekämpfung Von Wolf Wetzel. 06. Oktober 2021 Informativ ist

auch der Beitrag von Norbert Häring dazu:

Deutsche Presseagentur stellt mit Expertenauswahl sich und weite Teile der deutschen Medienlandschaft bloß

In einem Beitrag, den man kaum eine „Nachricht“ nennen kann, bietet Deutschlands führende Nachrichtenagentur dpa einen Politikwissenschaftler gegen die „umstrittene“ Initiative #allesaufdentisch auf. Dessen Statement nutzt eine Sprache, die in freiheitlichen Gesellschaften nicht üblich ist. Sein Status als Wissenschaftler darf (hiermit) als „umstritten“ gelten.

Norbert Häring, 3. 10. 2021

Dieser wurde auch selbst interviewt:
Digitaler Impfpass https://www.allesaufdentisch.tv/digitaler-impfpass.html

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