Wie der Chef der US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP), Tom Curley, kürzlich enthüllte, üben zudem die US-Streitkräfte auch massiven Druck auf Journalisten aus, die sich um eine wahrhaftige Berichterstattung aus dem Irak und Afghanistan bemühten. So wurden seit 2003 elf AP-Journalisten für längere oder kürzere Zeit festgenommen. Wie AP herausfand, hat das US-Kriegsministerium auch seine Propagandamaschine enorm ausgebaut. Das Pentagon verfüge für dieses Ressort nun über 27.000 Mitarbeiter und ein Jahresbudget von 4,7 Milliarden Dollar. Wozu diese Mittel eingesetzt würden, bleibe meist geheim. U.a. sei es gängige Praxis, Webseiten ins Internet stellten, die den Eindruck erweckten, von NGOs zu stammen.
Angesichts dessen ist das Fazit einer Studie von dreißig Friedens- und Menschenrechtsgruppen nicht verwunderlich: Wenig von dem, was über den Krieg und die Besatzung im Irak geschrieben wurde, liefere ein angemessenes Bild. Obwohl die Besatzung die zentrale politische Realität im Irak ist, verschwinde ihre beherrschende Rolle wie auch die von Besatzungstruppen ausgeübte Gewalt im westlichen Diskurs völlig im Hintergrund, heißt es in dem 2007 von Global Policy Forum veröffentlichten Bericht “War and Occupation in Iraq“.
In dem Maße, wie die spektakulären Anschläge und Kämpfe in Bagdad nachließen, ging das Medieninteresse schließlich vollständig zurück. Die meisten Journalisten wurden aus dem Irak abgezogen, rechtzeitig zum Wahlkampffinale vor den Präsidentenwahlen in den USA verschwand der Krieg fast vollständig aus den Nachrichten.
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