Kategorie: Irak

IPPNW Body Count – englische und „internationale“ deutsche Ausgabe


Opferzahlen nach 10 Jahren "Krieg gegen den Terror"

Internationale Ausgabe, deutsch (pdf-Datei)

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Hans-Christof von Sponeck, ehemaliger UN-Koordinator für humanitäre Fragen im Irak (1998-2000), nennt die Untersuchung im Vorwort „ein mächtiges Aide-Mémoire für die rechtliche und moralische Verantwortung, Täter zur Rechenschaft zu ziehen.“ Für die US-amerikanischen IPPNW-Sektion unterstreicht die Untersuchung das Ausmaß menschlicher Zerstörung, die weltweit Hass anfeuere, in einer Zeit, in der die US-Regierung neue und erweiterte Militäroperationen im Irak und in Syrien erwäge.
Außerdem liefere “Body Count” den Kontext, um den Aufstieg brutaler Kräfte, wie den des IS zu verstehen, die als Folge der US-Politik weiter gedeihen würden.
Amy Goodman interviewte in Democracy No! Hans von Sponeck und Prof. Robert Gould, Präsident der „San Francisco Bay“ Sektion der Physicians for Social Responsibility der das Vorwort zur internationalen schrieb:
Endless War: As U.S. Strikes Tikrit & Delays Afghan Pullout, „War on Terror“ Toll Tops 1.3 Million
Sehr ausführlich geht Dahr Jamail auf die Studie ein, nachdem er u.a. auch mich, als Autor des Irak-Teils, interviewte:
Dahr Jamail, Report Shows US Invasion, Occupation of Iraq Left 1 Million Dead, Truthout | Report, 13.04.2015
(Dahr ist ein sehr engagierter Journalist, der während der Besatzung des Iraks mehrmals direkt aus den Kriegsgebieten berichtete und mehrere Bücher über den Irak-Krieg schrieb, das neueste heißt The Mass Destruction of Iraq: Why It Is Happening, and Who Is Responsible)
Der Journalist, Schriftsteller und Fernsehmoderator Neil Clark präsentierte die Studie mit der Überschrift „Causing genocide to protect us from terror„.

We also need to counter elite attempts to turn the attention away from Western crimes to crimes committed by other groups in which less people lost their lives.
There’s been talk in European establishment circles of making Srebrenica genocide denial a criminal offence, but as terrible as that massacre was, the indisputable fact is that far more people have been killed by the US and its allies in subsequent years. If Srebrenica genocide denial is made an offence, but denying the genocide caused by the US-led ‘war on terror’ is not, then the double standards will be there for all to see.

Bundeswehr-Journal
Interessanter Weise bekommt unsere „Body Count“-Studie durch die internationale Ausgabe auch eine ausführliche und durchweg positive Würdigung durch das Bundeswehr-Journal:
Christian Dewitz, Rund 1,3 Millionen Tote durch „Krieg gegen den Terror“, bundeswehr-journal, 31.3.2015
„Die Gesamtzahl der Opfer des „Krieges gegen den Terror“, der von Amerikas damaligem Präsidenten George W. Bush unmittelbar nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ausgerufen worden war …, ist kaum jemals öffentlich diskutiert worden“ schreibt das deutsche Militärmagazin. „Offizielle Stellen gaben und geben nur wenig Zahlenmaterial bekannt. Bislang wurden die Opferzahlen meist erheblich zu niedrig angesetzt.“
Scharf kritisiert das Magazin auch die Bundesregierung, die als Antwort auf eine Großen Anfrage der Linksfraktion lapidar verkündete, es läge ihr keine Statistik zur Gesamtzahl der seit 2001 von NATO-Truppen verursachten zivilen Opfer in Afghanistan vor. Eine entsprechende Statistik werde nicht geführt.
Schließlich geht es auch auf die Schätzung der direkt durch die Bundeswehr geöteteten afghanischen Zivilisten von Thomas Mickan (IMI) ein.
4 Millionen Musline getötet
Der investigative Journalist Nafeez Ahmed erweitert ausgehend von der IPPNW-Studie das Scope zeitlich und räumlich:
Unworthy victims: Western wars have killed four million Muslims since 1990
In dt. Übersetzung von Einar Schlereth, “Krieg gegen den Terror”:Vier Millionen tote Moslems seit 1990, NEOPresse, 13. Apr. 2015
In einem sehr ausführlichen Artikel geht er das Thema noch allgemeiner an:
Nafeez Ahmed, How the Pentagon is hiding the dead – The secret campaign to undercount the ‘war on terror’ death toll in the Middle East, Central Asia, and Latin America, 21.4.2015

„Body-Count“ – 3. Auflage des IPPNW-Reports

US-amerikanische und kanadische Wissenschaftler haben zusammen mit WissenschaftlerInnen des irakischen Gesundheitsministeriums von Mai bis Juli 2011 eine repräsentative Umfrage zur Entwicklung der Sterblichkeit durchgeführt und waren zu dem Schluss gekommen, dass der Krieg etwa eine halbe Million Menschen das Leben gekostet habe. Das sei eine niedrige Schätzung, hatte die Leiterin der Studie, die Gesundheitsexpertin Amy Hagopian von der Washington University in Seattle zugegeben. Denn die Studie berücksichtigt zum Beispiel nicht Familien, die aus dem Land geflohen sind oder zu Binnenflüchtlingen wurden.
Eine Zusammenfassung der Ergebnisse findet man auch in den junge Welt Artikeln vom 05.07.2014 (Vernichtende Bilanz: Zahl der Opfer der Kriege des Westens werden systematisch heruntergespielt) und 07.07.2014 (Vergessene Tote – Teil II: Der Body Count in Afghanistan und Pakistan)
Auszüge aus dem Vorwort zur dritten, aktualisierten Auflage:
Eine Vielzahl von Faktoren haben eine dritte Auflage des „IPPNW Body Count“ erforderlich gemacht. Zunächst ist das Interesse der Friedensbewegung und unabhängiger Journalisten an Informationen aus den Kriegsgebieten Irak, Afghanistan und Pakistan angestiegen, insbesondere vor dem Hintergrund der neuen politischen Entwicklungen mit aufflammenden Bürgerkriegen im Nachgang der US-geführten Militärinterventionen. Weiterhin wurde durch internationale Nachfragen eine Übersetzung der gesamten Arbeit ins Englische erforderlich, die auf der Basis einer möglichst aktuellen Grundlage geschehen soll.
Zuletzt sind neue Studien und Daten publiziert worden, die von unserer Autorengruppe als wichtig angesehen und daher in der vorliegenden Auflage dieser Arbeit diskutiert werden. Diesbezüglich ist insbesondere die im Oktober 2013 im Online-Journal PLOS Medicine erschienene Studie zur Mortalität im Irak zu erwähnen sowie neue Daten und Studien im Zusammenhang mit den von WikiLeaks veröffentlichten „Iraq War Logs“ als auch diverse aktuelle Daten zu Afghanistan und teilweise auch Pakistan.
Die erste Auflage des „IPPNW Body Count“ von Mai 2012 enthielt noch einige Layoutfehler und Unklarheiten im Text und wurde zum 10. Jahrestag der Invasion im Irak 2003 durch die zweite Auflage im März 2013 abgelöst. Diese zweite Auflage erfasste für den Irak einen Zeitraum bis Juli 2011, für Afghanistan den Zeitraum von Oktober 2001 bis Dezember 2011 und für Pakistan einen Zeitraum
vom Jahr 2004 bis Juni 2012.
… die jetzige dritte Auflage dieses neue Vorwort [enthält] eine leicht aktualisierte Einleitung, einen um einige Quellen erweiterten und um eine ausführliche Diskussion der PLOS-Studie ergänzten Irak-Teil durch den Autor Joachim Guilliard, einen zusätzlichen Text zu Afghanistan mit aktualisierten Zahlen bis Ende 2013 und einen aktualisierten Überblick über die Kriegssituation
in Pakistan durch den Autor Lühr Henken. […]
Da der „IPPNW Body Count“ von drei unterschiedlichen Autoren stammt und zu einem Teil aus Zeitschriftenartikeln entstanden ist, bitten wir die Leser eine gewisse Redundanz der Texte und eine fehlende Einheitlichkeit in Organisation und Stil der Arbeit zu verzeihen. […]

IMI-Studie: Der Irak im Vielfrontenkrieg

Inhaltsverzeichnis

  • ISIL ‒ ein Produkt des Westens
    • Kämpfer „made in America“
    • Zurück ins Mittelater
    • Willkommenes Monster
  • Mehr als „ISIL“ – Volksaufstand in sunnitischen Provinzen
    • Vom gewaltfreien Protest zum Aufstand
      Gewalt gegen zivile Protestbewegung
    • Der dritte Feldzug gegen Falludscha
    • Wiederbelebung des bewaffneten Widerstands
      Machtverhältnisse im Aufstandsgebiet
    • Pakt mit dem Teufel?
      Stärke heruntergespielt
    • „Amman Konferenz zur Rettung Iraks“
    • US-Luftangriffe auch gegen sunnitische Opposition
  • Jenseits von ISIL ‒ Gräueltaten regierungsnaher Milizen
    • Teufelskreis religiös motivierter Gewalt
    • Schiitische Milizen und Peschmergas ‒ Verbündete und Gegner
  • Im Aufwind ‒ die Kurden
    • „Umstrittenen Gebiete“
    • Eigenmächtige Ölgeschäfte
    • Verlässlichster Partner des Westens
  • Krieg gegen den Wiederaufbau eines einigen, souveränen Irak
    • Regierungswechsel ‒ Chancen für eine politische Lösung?
    • USA und Iran einig gegen Wiedererstarken Iraks

mehr …

US-Staatsterrorismus gebiert Monster

Der Vorläufer von ISIL entstand ab 2003 im besetzten Irak, als El-Kaida-nahe Extremisten aus zahlreichen islamischen Ländern ins Land strömten und bewaffnete Gruppen gegen die Besatzer aufbauten. Die meisten von ihnen hatten ihre Kampferfahrung in Afghanistan gesammelt, viele ihrer Anführer waren von der CIA ab 1979 als Mudschaheddin für den Kampf gegen die damalige Linksregierung und die sie unterstützenden sowjetischen Truppen ausgebildet worden. Andere hatten zuvor mit direkter oder indirekter Unterstützung westlicher Staaten in Tschetschenien oder Bosnien gekämpft.[2] Die verschiedenen Gruppen schlossen sich 2005 im „Schura-Rat der Mudschaheddin im Irak” zusammen,[3] der 2006 die Errichtung eines „islamischen Staates im Irak“ (ISI) ausrief.
Bis dahin waren El-Kaida-nahe Gruppen im Irak völlig unbekannt gewesen. Sie fanden nun in den mehrheitlich sunnitischen Provinzen des zerstörten Landes, dessen Gesellschaft durch die beiden US-geführten Kriege und das mörderische Embargo völlig zerrüttet war, zeitweilig Akzeptanz und einen gewissen Zulauf. Dies wurde begünstigt durch die sektiererische Teile-und-herrsche-Strategie der Besatzer, die ein schiitisch-islamistisches Regime installierten und vor allem gegen sunnitische Besatzungsgegner mit brutaler Härte vorgingen. Die Großstadt Falludscha, 2004 durch zwei Angriffe von US-Truppen weitgehend zerstört, wurde zum Guernica der arabischen Welt.
Als in der Folge der patriotische Widerstand vor allem in den sunnitischen Gebieten rasch wuchs, investierte Washington, wie der britische Guardian und die BBC 2013 berichteten, acht Milliarden Dollar in den Aufbau von Spezialkommandos und Todesschwadronen, überwiegend aus den Reihen radikal-schiitischer Milizen. [4] Mit deren Hilfe führten die Besatzer ab 2005 unter Leitung von US-General David Petraeus einen schmutzigen Krieg gegen die gesamte Bevölkerung der Zentren des Widerstands. [5] „Die sunnitische Bevölkerung zahlt für die Unterstützung der Terroristen keinen Preis“, zitierte Newsweek 2005 einen Offizier aus dem Pentagon. „Aus ihrer Sicht ist das kostenlos. Wir müssen diese Gleichung ändern.“ [6]. Der schmutzige Krieg eskalierte im Zusammenspiel mit dem Terror der El-Kaida-nahen Gruppen ab 2006 zu einer Welle religiös motivierter Gewalt, die erst 2008 nach der Vertreibung der jeweiligen lokalen Minderheiten abebbte. Hunderttausende Tote und Millionen Flüchtlinge waren die Folge. Die repressive, diskriminierende Politik der Besatzer wurde jedoch unter den folgenden irakischen Regierungen fortgesetzt.
Aufgrund ihrer salafistischen Zielsetzung und ihren inakzeptablen Kampfmethoden war die Akzeptanz des ISI innerhalb der sunnitischen Bevölkerung bald geschwunden. Ab 2006 wurden er von Widerstandsgruppen und sunnitischen Bürgerwehren, die von den Besatzern Sold und Ausrüstung dafür erhielten, aktiv bekämpft und schließlich weitgehend zerschlagen.[7] Ende 2010 war die Stärke von ISI auf maximal 1000 Kämpfer geschrumpft.[8]
Der Krieg der NATO gegen Libyen und der von den USA und den EU-Staaten angefeuerte Aufstand in Syrien schufen jedoch bald die Basis für ein Revival dieser und anderer dschihadistischen Organisationen. Die USA, Großbritannien und Frankreich hatten 2011 im Krieg gegen die zu selbständig agierende Regierung Libyens Zehntausende Islamisten ausgerüstet und teils auch ausgebildet. Nach dem Fall von Tripolis und der Ermordung von Staatsoberhaupt Muammar al-Gaddafi zerfiel der Staat, der seinen Bürgern bis dahin den höchsten Lebensstandard in Afrika geboten hatte, in die Herrschaftsbereiche Hunderter Milizen. Ein erheblicher Teil der Waffen, die ihnen beim Zusammenbruch des Staates in die Hände fielen, und Tausende Kämpfer gelangten bald über Jordanien und die Türkei nach Syrien.[9] Auf demselben Weg strömten auch Kämpfer aus Afghanistan, Irak, Tschetschenien und vielen anderen Ländern nach Syrien, um das ihnen verhaßte, weitgehend säkulare Regime zu stürzen.[10] Geld, Waffen und Material flossen aber auch aus den USA und den Golfstaaten an die aufständischen Gruppen. Offiziell waren sie für die „moderaten Aufständischen“ bestimmt, vor Ort gab es jedoch so eine klare Trennung zwischen „moderaten“ und radikalen Islamisten nie. Der größte Teil ging, wie auch ein erheblicher Teil der Kämpfer, zu den Gruppen über, die sich als am schlagkräftigsten und finanzstärksten erwiesen ‒ und dies waren der El-Kaida-Ableger „Al-Nusra-Front“ und ISI, der sich mit dem Namenszusatz „und der Levante“ nach Syrien ausgedehnt hatte.[11]
[Das galt ‒ völlig vorhersehbar ‒ auch für die Kämpfer, die US-amerikanische, britische und französische Militärs in Jordanien im Umgang mit modernen Waffen trainierten. [12] „Wir hatten schon zu einem frühen Stadium Informationen …, dass Leute, die die USA und ihre Verbündeten ausgebildet haben, um in Libyen und Syrien für ‚Demokratie’ zu kämpfen, eine dschihadistische Agenda verfolgen,“ teilte z.B. ein hochrangiges Mitglied eines arabischen Geheimdienstes der Washington Post mit.[13]
Ein Kämpfer aus Bengazi schildert dem Blatt, wie er und andere Libyer während des Kampfes gegen Gaddafi von französischen, britischen und US-amerikanischen Militär- und Geheimdienstleuten Ausbildung und Ausrüstung erhalten“ haben und 2012 über die Türkei nach Syrien gingen. Zuerst habe er unter dem gekämpft, was die Leute ‚freie syrische Armee’ nennen, doch dann sei er zu Al Nusra gewechselt. Sobald seine Wunden verheilt seien, die in einem türkischen Krankenhaus behandelt wurden, wolle er sich jedoch dem Islamischen Staat anschließen. „Ich bin ein Kämpfer ‚made in America‘ sage ich ab und zu scherzhaft.“]
Offensichtlich ist ISIL ein weiteres Terror-Produkt der Kriege und Interventionen der USA und ihrer Verbündeten gegen den Irak, Afghanistan, Somalia, Libyen und Syrien, die mit der Zerschlagung oder Destabilisierung dieser Staaten und der Zerstörungen ihrer Gesellschaften einhergingen. Seine erneute Ausbreitung im Irak wurde durch den Aufstand weiter Teile der Bevölkerung in den sunnitischen Gebieten ermöglicht, der sich infolge der militärischen Niederschlagung einer gewaltfreien Protestbewegung im Norden und Westen des Landes ausgebreitet hat.
Aufgebaut, wie so viele andere islamistische Gruppen, zum Sturz eines unliebsamen Regimes, wurde auch er zum zu bekämpfenden Monster. Nun dient er ‒ zur Inkarnation des Bösen hochstilisiert ‒ als Vorwand für die erneute Eskalation des Krieges im Irak und die direkte militärische Intervention in Syrien.
[Die Luftangriffe und die Entsendung von Bodentruppen werden ISIL nicht beseitigen sondern im Gegenteil noch stärken, ist die direkte Konfrontation mit den westlichen „Kreuzrittern“ für ihn doch die beste Werbung zur Rekrutierung neuer Märtyrer.] Die Präsenz von ISIL und anderer solcher Milizen läßt sich nur eindämmen durch das Ende ihrer Unterstützung und der Umsturzbemühungen in Syrien sowie die Einstellung der Unterstützung des sektiererischen Regimes in Bagdad und die Erfüllung der legitimen Forderungen der sunnitischen Opposition.
Der australische Journalist und Dokumentarfilmer John Pilger zieht eine Parallele zur fürchterlichen Bombardierung Kambodschas von 1963 bis 1973, bei der laut Anordnung Richard Nixons „alles was fliegt auf alles was sich bewegt“ feuern sollte. Sie führte zu einer massiven Stärkung der Roten Khmer, die später für ihre Greueltaten berüchtigt wurden.
„Die Invasion von Bush und Blair im Irak 2003 führte zum Tod von über 700.000 Menschen, in einem Land, das keine dschihadistische Tradition hatte“, so Pilger. „Sunniten und Schiiten hatten Klassen- und konfessionelle Differenzen, lebten jedoch in Frieden miteinander, Mischehen waren häufig.“ Drei Jahre vor der Invasion sei er ohne Furcht quer durchs Land gereist und habe überall Leute getroffen, die sich in erster Linie als Iraker sahen, stolz auf das lange zivilisatorische Erbe, das für sie noch präsent war. „Bush und Blair hauten alles in Stücke. Der Irak ist nun ein Hort des Dschihadismus. ISIL ist die Nachkommenschaft jener in Washington und London, die bei der Zerstörung des Iraks, sowohl als Staat als auch als Gesellschaft, konspirierten, um ein episches Verbrechen gegen die Menschheit zu begehen. Wie Pol Pot und die Roten Khmer ist ISIL die Mutation eines westlichen Staatsterrorismus.“ [14]


[1] siehe u.A. Seymour M. Hersh, The Red Line and the Rat Line, London Review of Books, 6.4.2014 und Nafeez Ahmed, Follow the Money, Follow the Oil: How the West Created the Islamic State, Counterpunch, 12.9.2014
[2] „In den 1990 Jahren brachte die CIA Afghanistan-erfahrene Mudschaheddin nach Tschetschenien, Frederik William Engdahl „Es klebt Blut an Euren Händen: Die geheimen Machenschaften der Öl-Multis“, August 2012
[3] Laut Terror-Monitor-Seiten wie Jamestown oder SITE Intelligence wurde er 2006 gegründet, der Spiegel berichtete allerdings schon am 1.5.2005 unter der Überschrift „Irak: Australier als Geisel genommen“, „Zu der Geiselnahme bekannte sich die Organisation Schura-Rat der Mudschahedin im Irak, die für zahlreiche Anschläge auf irakische und amerikanische Truppen verantwortlich gemacht wird.“
[4] Mona Mahmood, Maggie O’Kane, Chavala Madlena and Teresa Smith, Revealed: Pentagon’s link to Iraqi torture centres, Guardian, 6.3.2013
[5] Joachim Guilliard, Gezielte Zerstörung ‒ Zehn Jahre Krieg der USA im Irak: der Staat wurde zerschlagen, die Wirtschaft ruiniert, die Gesellschaft fragmentiert und die nationale Kultur liquidiert, junge Welt, 29.04.2013
[7] J. Guilliard, Strukturen der irakischen Befreiungsbewegung, junge Welt vom 22.und 24.9.2007
[8] Charles P. Blair, ISIS: The unsurprising surprise that is sweeping Iraq, Bulletin of the Atomic Scientists, 18.6.2014