Irak – der endlose Krieg: „Islamischer Staat“, irakischer Aufstand und das Erbe der Besatzung (Teil 1b)

Tatsächlich fielen Mosul und viele andere Städte infolge eines, von weiten Teilen der Bevölkerung unterstützten Aufstands. Auch wenn die Initiative von ISIL ausging, der am 6. Juni mit rund 1.500 Kämpfer westliche Vororte Mosuls angriff,[30] waren es überwiegend lokale Widerstandsgruppen und Stammesmilizen, die innerhalb von drei Tagen die Regierungstruppen mit einer nominellen Stärke von 30.000 Mann[31] in die Flucht schlugen. [Die tatsächliche Stärke der Armee dürfte wesentlich geringer gewesen sein, u.a. weil viele Soldaten ihre Vorgesetzen bestechen, um nicht bei der Truppe anwesend sein zu müssen (siehe The ‘Astronaut’ Problem: Iraqi Soldiers Who Pay Money To Officers So They Don’t Fight, niqash, 2.10.2014 und How Mosul fell … a.a.O). Andererseits waren auch noch 10.000 Mann der paramilitärischen Nationalpolizei in Mosul stationiert.]
Die Aufständischen in Mosul gehören zu einer Allianz, die sich unter dem „Allgemeinen militärischen Rat der irakischen Revolutionäre“ (AMRIR) zusammengeschlossen hat. Er war im Sommer 2013 als Reaktion auf die militärische Niederschlagung der Protestkundgebungen gebildet worden und im Januar 2014 mit seinem ersten Kommuniqué offiziell in Erscheinung getreten. Darin hebt er hervor, dass er eine irakisch-patriotische, nicht-konfessionelle Bewegung vertrete, die vor allem von den irakischen Stämmen getragen werde.[32]
In ihm vereint sind regionale und städtische Militärräte, die zum Schutz vor Regierungstruppen gebildet wurden, Stammesräte und arabisch-nationalistische, überwiegend sunnitische Widerstandsgruppen, die bis Ende 2011 gegen die Besatzer gekämpft hatten.[33] Die militärische Führung übernahmen hohe Offiziere der früheren irakischen Armee, die 2003 von den Besatzern aufgelöst wurde.[34]  Die bewaffneten Widerstandsgruppen hatten nach Abzug der US-Truppen ihre bewaffnete Aktionen eingestellt und sich über politische Frontorganisationen der Protestbewegung angeschlossen. Nach den Angriffen der Armee auf die Protestcamps im letzten Jahr griffen sie jedoch erneut zu den Waffen. Unter ihnen sind u.a. die „Islamische Armee“ ‒ trotz des Namens eher nationalistisch als religiös orientiert, die „Brigaden der 1920er Revolution“ und „Patriotische Islamische Nationale Front Iraks“. Diese Front, die laut dem Publizisten und Landeskenner Jürgen Todenhöfer eine führende Rolle bei der Einnahme Mosuls spielte, [35] steht der Baath-Partei nahe, wird Berichten zufolge von General Izzat ad-Duri (bis 2003 zweiter Mann in der Baath-Partei und Oberbefehlshaber der irakischen Streitkräfte) geführt und besteht überwiegend aus der „Armee der Männer vom Naqshbandi Orden“, in deren Reihen auch schiitische und kurdische Mitglieder kämpfen.
[Aufgrund der führenden Rolle der alten Offiziere und der Naqshbandi-Armee werden die Militärräte und der AMRIR von vielen Beobachtern, sofern sie ihn überhaupt zur Kenntnis nehmen, als Front-Organisation der Baath-Partei angesehen.]
Ebenfalls eine zentrale Rolle spielen im AMRIR der „Oberste Militärrat der irakischen Stammesrevolutionäre“ [Higher Military Council of Iraqi Tribal Revolutionaries], einer Koalition von fast 80 sunnitischen Stämmen, organisiert in lokalen und regionalen Militärräten.[36] Diese Stammesräte umfassen vermutlich die meisten Kämpfer.[37] Auf politischer Ebene spielt,wie schon beim Kampf gegen die Besatzung, die Vereinigung der muslimischen Gelehrten im Irak (AMSI) eine führende Rolle. Sie ist die größte Organisation sunnitischer Geistlicher im Land und vertritt 3.000 Moscheen. [Mit ihrem mehrsprachigen Internetportal ist sie eine der wenigen englischsprachigen Quellen für Informationen und Stellungnahmen aus dem Blickwinkel der Aufstandischen.[38] ]
Vom gewaltfreien Protest zum Aufstand
Der Fall von Mosul kam keineswegs so überraschend, wie es den Berichten westlicher Medien zufolge scheint. Er bildet nur den bisherigen Höhepunkt eines Aufstands, der sich als Reaktion auf die militärische Niederschlagung einer breiten Protestbewegung, entwickelt hat.
[Die Proteste hatten sich ab Winter 2012/2013 vor allem in den überwiegend sunnitischen Provinzen ausgebreitet, wo bald Hunderttausende Woche für Woche auf die Straßen gingen, Protestcamps in den Innenstädten errichteten (darunter das „Occupy Falludscha Lager“ [39]) und immer wieder die Fernstraßen nach Jordanien und Saudi -Arabien blockierten.
Auslöser waren Berichte über die Vergewaltigung inhaftierter Frauen durch Sicherheitskräfte und ein erneuter Angriff auf einen hochrangigen sunnitischen Politiker, den Finanzminister Rafia Al-Issawi.[40] Hintergrund war jedoch die sektiererische und repressive Politik des Maliki-Regimes.
Kritik am autoritären Kurs und Zorn über das gleichzeitige völlige Versagen von Regierung und Verwaltung bei der Wiederherstellung der Infrastruktur, staatlichen Dienstleistungen etc. führt im ganzen Land regelmäßigen zu Unruhen. Die mehrheitlich sunnitischen Gebiete sind jedoch doppelt betroffen. Sie bekamen in den letzten Jahren nur sehr geringe Anteile der staatlichen Einnahmen und Sunniten sind nach wie vor von Jobs in staatlichen Instituten und Firmen, die im Irak mit Abstand die meisten Stellen bieten, weitgehend.[41]
Hinzu kommt die politische Repression. Zigtausende Sunniten, darunter auch 4.500 Frauen sitzen aus politischen Gründen in den Gefängnissen und geheimen Kerkern, Folter und Exekutionen sind, wie Berichte von Menschenrechtsorganisation zeigen, an der Tagesordnung.[42]]]
Gewalt gegen zivile Protestbewegung
Die Forderungen der Protestbewegung, die in regionalen Koordinierungsgremien formuliert wurden, reichten von der Entlassung politischer Gefangener, Streichung der »Antiterror«- und »Entbaathifizierungs«-Gesetze, über die Wiederherstellung der Basisversorgung und staatlicher Dienstleistungen bis hin zu einem Ende des auf ethnischen und konfessionellen Grundlagen basierenden politischen Systems.
Maliki reagierte mit gewohnter Härte. Schon in den ersten Tagen wurden mindestens zehn Demonstranten erschossen und über 100 verletzt.[43] Die Protestaktionen, denen sich viele prominente sunnitische Politiker und Stammesführer angeschlossen hatten, blieben dennoch bis Ende April 2013 überwiegend gewaltfrei. Ein einmaliges Angebot an Maliki, die Konflikte politisch zu lösen, so Vertreter der Gruppen, die zuvor bewaffnet gegen die US-Truppen gekämpft hatten, aber keinen innerirakischen Krieg wollten. [44]
Nachdem am 23. April 2013 Malikis Truppen beim Sturm auf ein Protestcamp in Hawidscha bei Kirkuk das Feuer eröffneten, über 50 Demonstranten töteten und 110 verwundeten, griffen viele wieder zu den Waffen.[45]
Der dritte Feldzug gegen Falludscha
Als Malikis Truppen Ende Dezember 2013 das Protestcamp im Zentrum Falludschas stürmten und erneut ein Blutbad anrichteten, ging die Stadtbevölkerung auf die Barrikaden und trieb Armee und Nationalpolizei aus der Stadt. Ein aus Stammesführern, ehemaligen Armee-Offizieren, Geistlichen und andere führenden Persönlichkeiten gebildeter „Militärischer Rat“ übernahm die Kontrolle.
Das weitere Geschehen und die Berichterstattung darüber sind symptomatisch. ISIL-Kämpfer nutzten die Situation, drangen in die Stadt ein und verkündigten mit ihrer üblichen Dreistigkeit, sie hätten nun die Kontrolle über die Stadt übernommen. Bilder von ISIL-Fahnen auf einigen Verwaltungsgebäuden gingen um die Welt. Tatsächlich hingen sie nur wenige Minuten. Die lokalen Kräfte trieben, wie die International Crisis Group (ICG) ermittelte, die Dschihadisten rasch wieder an den Rand der Stadt zurück.[46] Auch in den folgenden Monaten konnte ISIL nur vom Rand der Stadt aus operieren. Dennoch berichten die Medien seither, Falludscha sei in der Hand von ISIL und bekam Bagdad internationale Unterstützung für die folgenden Luft- und Artillerieangriffe auf die angebliche „Terroristen-Hochburg“.
 [Für Maliki war die Entwicklung ein Geschenk des Himmels. Indem er den Kampf um Falludscha als Kampf gegen den Terror bzw. als Kampf gegen Al Qaeda verkaufte, konnte er einen guten Teil der schiitischen Bevölkerung wieder hinter sich scharen, die aufgrund der miserablen Leistung seiner Regierung in Opposition zu ihm gegangen war und, so die ICG, seine in den Keller gegangenen Wahlchancen retten. Außerdem erhielt er auch verstärkt Unterstützung aus dem Ausland.]
Die USA gaben nun Waffenlieferungen frei, die seit langem auf Eis lagen und auch die UN-Mission im Irak stellte sich hinter die Maliki-Regierung, ohne ein einziges Mal mit Vertretern des Militärrates der Stadt zu sprechen. Sie unterstützte die Belagerung Falludschas, obwohl bereits im Januar mindestens 109 Zivilisten durch Artilleriebeschuss getötet und 632 verwundet worden waren.
Die Bürger Falludschas hatten nichts für ISIL übrig, so die ICG in ihMem Report über die Ereignisse, aber die fortwährende Angriffe steigerten Woche für Woche den Hass auf Zentralregierung und Armee, während die militärische Stärke der Dschihadisten half, die Angriffe der Armee immer wieder zurückzuschlagen. Dies wiederum konnte die Regierung zur Rechtfertigung weiterer Angriffe nutzen – ein Teufelskreis, so die ICG, aus dem die Stadt in der Folge nicht mehr heraus kam.
Nach den verheerenden Angriffen der US-Armee im April und November 2004 ist dies nun der dritte Feldzug gegen die Stadt, wie damals unter dem konstruierten Vorwand des Kampfes gegen Al-Qaeda-nahe Gruppen.
Neben Maliki profitierte davon auch ISIL, der durch seine Verdienste bei der Verteidigung Falludschas erstmals seit 2008 wieder eine gewisse Basis im Land aufbauen konnte.
[Der irakische Journalist Mustafa Habib war im August in Fallduscha. Auch sein Bericht ist sehr typisch. Einerseits behauptet er, ISIL habe mittlerweile, nachdem er andere bewaffneten Gruppen zur Abgabe ihrer Waffen gezwungen hätte, die volle Kontrolle. Anderseits kommen später im Text Führer „weniger radikalen Milizen“ zu Wort, die berichten, es sei vor allem der Stärke tribaler Gruppen zu verdanken, dass bisher alle Angriffe der Armee, bis August schon über 70, zurückgeschlagen werden konnten. In geheimen Treffen würden Stammesführer und Kommandanten der verschiedenen bewaffneten Gruppierungen beraten, wie sie ISIL aus der Stadt drängen können.[47]]
Wiederbelebung des bewaffneten Widerstands
Die Bomben auf Falludscha schürten die Wut innerhalb der gesamten sunnitischen Bevölkerung. Massive Luftangriffe auf Wohnviertel und das Zentralkrankenhaus in Falludscha im Mai dürften das Fass zum Überlaufen gebracht haben. In Ramadi hatte das Gros der Stämme anfänglich die Präsenz von ISIL in der Stadt und seiner Umgebung aktiv bekämpft. Von nun an wurde er auch für sie, wie wohl für die meisten Sunniten gegenüber dem Maliki-Regime zum kleineren Übel. [Auch ein Teil der ehemaligen „Sahwa-„Führer schloss sich nun dem Kampf gegen das Regime in Bagdad an. „In der Vergangenheit haben wir gegen al-Qaida gekämpft und wir haben die Gegend von ihnen befreit“, so beispielsweise Scheich Ali Hatem Suleiman, Chef des größten irakischen Stammes. „Doch dann übertrugen die Amerikaner die Kontrolle über den Irak an Maliki und der fing an, jene Stammesführer, die den Kampf gegen al-Qaida angeführt hatten, zu inhaftieren, zu töten oder ins Exil zu treiben.“ [48] ]
Machtverhältnisse im Aufstandsgebiet
Auch westliche Medien mussten feststellen, dass weite Teile der Bevölkerung die Vertreibung der Regierungskräfte aus Mosul und anderen Städten als Befreiung feierten[49] und der größte Teil der Flüchtlinge nicht vor islamistischen Kämpfern floh, sondern aus Angst vor Gegenangriffen der Regierung.[50] „Wir erhielten Mitteilungen von den Aufständischen, in denen sie versicherten, dass niemandem Leid geschehe und alle Minderheiten durch sie geschützt würden“, teilte Ali Aziz, Mitarbeiter einer humanitären Organisation, dem Guardian mit. „Sie waren wirklich willkommen und wir sind überglücklich, sie, statt den blutigen, brutalen Kräften Malikis hier zu haben.“ Sympathien für ISIL hätten die Bürger Mosuls so wenig wie für Maliki, so die befragten Stadtbewohner, Sie fühlten sich nun aber befreit von einem schrecklichen Alptraum, der sie 11 Jahre lang erstickte. „Die Armee und Polizei hatten nie aufgehört, Leute zu verhaften, einzusperren und zu töten, ganz zu schweigen von Bestechungsgeldern, die sie von den Familien der Gefangenen erpressten.“ [51]
Begrüßt wurde den Berichten zufolge vor allem der Wegfall der unzähligen Checkpoints und Straßensperren, die Kämpfer unmittelbar nach ihrem Einmarsch mittels Kränen entfernt hatten ‒ ein deutliches Indiz dafür, dass sich die Kämpfer, im Unterschied zur Armee, die eher als Besatzungsmacht fungierte, sicher fühlten. Nun könnten sich alle Zivilisten wieder frei bewegen. Wege, für die man zuvor ein bis zwei Stunden benötigte, schaffe man jetzt wieder in 15 Minuten, so ein Arzt der Stadt.[52]
Der Aufstand weitete sich in den folgenden Monaten noch erheblich aus. Der größte Teil von Ninive, Salah ad-Din und Anbar im Norden und Westen des Landes, weite Teile von Kirkuk und einige Gebiete in Diyala und Babylon – nordöstlich bzw. südlich von Bagdad sind unter der Kontrolle von ISIL und aufständischen Gruppen. Die Lage in den irakischen Gebieten, die auf den Karten westlicher Experten als „ISIS-kontrolliert“ gekennzeichnet sind, ist jedoch sehr unübersichtlich. Auch die wahre Stärke der aufständischen lokalen Gruppen sowie die Machtverteilung und das Ausmaß an Kooperation zwischen ihnen und ISIL sind schwer einzuschätzen.
Sprecher von AMRIR und Vertreter der zugehörigen Organisation behaupten beharrlich, die meisten der eroberten Städte und Gebiete würden von „Revolutionären“, also von Gruppen ihrer Allianz kontrolliert.[53] [Auch Iraks Großmufti Rafi Al-Rifa’i, die höchste sunnitische Autorität des Landes, charakterisierte das Geschehen als eine „Revolution des Volkes“ und erklärte, die Zentralregierung würde die Präsenz und die Bedrohung durch ISIL stark übertreiben. Die Miliz kontrolliere keineswegs die ganze Arena und was sie tue, habe nichts mit einem Staat zu tun. Gleichzeitig verurteilte er die Zerstörung von schiitischen Heiligtümern in Mosul durch ISIL, für die die Revolutionäre nicht verantwortlich seien. [54]]
Vieles deutet tatsächlich daraufhin, dass die gefürchteten Dschihadisten auch an anderen Orten zwar, wie in Mosul, die Offensive starteten, selten jedoch die alleinige Kontrolle übernehmen konnten, sondern diese meist mit den in den örtlichen Militär- und Stammesräten zusammengeschlossenen Kräfte teilen oder ihnen ganz überlassen mussten. In der Tat gebe es unter den von Aufständischen kontrollierten Gebieten in und um Mosul, Kirkuk und Tikrit definitiv einige, wo die „Naqshbandis die Hosen anhaben“, so Michael Knights, Analyst am Washington Institute for Near East Policy, mit der verbreiteten Gleichsetzung von AMRIR und der baath-nahen Naqshbandi-Armee.[55]
ISIL habe seine „Hauptstreitmacht“ aus der Provinzhauptstadt Mosul abgezogen, um weiter südlich, bei Tikrit anzugreifen, berichteten Mitte Juli der Guardian, gestützt auf Aussagen des bisherigen Gouverneurs der Provinz, Athil Nudschaifi, und anderen Quellen aus der Stadt. Ein kleiner Teil sei im westlichen Teil, am rechten Ufer des Euphrats verblieben, der Ostteil Mosuls sei jedoch weitgehend unter Kontrolle der Naqshbandi-Armee, die die ISIL-Flaggen durch ihre eigene ersetzt habe.[56]
[Schon wenige Tage nach dem die Regierungstruppen die Stadt aufgegeben hatten, waren Aussagen von Stadtbewohnern zufolge keine auswärtigen Kämpfer mehr zu sehen gewesen. Iraker, überwiegend aus Mosul und meist ehemalige Mitglieder von Saddam Husseins „Republikanischer Garde“, hätten die Kontrolle übernommen. [57]
Für die Dominanz des AMRIR spricht auch, dass mit Azhar al-Obeidi ein ehemaliger General der irakischen Armee als neuer Gouverneur eingesetzt wurde, der unter Saddam Hussein schon das Amt innehatte. Ähnlich wird auch das Geschehen in Tikrit beschrieben, wo Zeugen vor allem Kämpfer der Naqshbandi Armee beobachtet haben und mit Ahmed Abdul Rashid ebenfalls ein ehemaliger Baath-Funktionär Gouverneur von Salad ad-Din wurde ‒ beide kaum kompatibel mit der Vision der Dschihadisten.[58] ]]
Pakt mit dem Teufel?
Während Bagdad seinen Gegner als enge Allianz zwischen ISIL und „baathistischen Kräften“ beschreibt, verneinen die meisten oppositionellen Gruppen eine direkte Zusammenarbeit mit ISIL und sprechen von parallelen, aber unkoordinierten Angriffen auf denselben Feind. [Dies ist durchaus glaubhaft. Insbesondere ein Bündnis zwischen links-nationalistischen säkularen Baathisten und den Dschihadisten, die sie als gottlose Abtrünnige betrachten, ist extrem unwahrscheinlich. Auch eine direkte Kooperation zwischen ISIL und Islamischer Armee oder den 1920er Revolutionsbrigaden ist angesichts der früheren blutigen Kämpfe zwischen ihnen und dem Vorgänger von ISIL schwer vorstellbar. ]
„Auch wenn verschiedene Arten von Gewehren auf die Zentralregierung gerichtet sind, so bedeutet dies keineswegs, dass es irgendeine Koordination oder Kooperation gibt“ entgegnete der offizielle Sprecher des AMRIR, General Mizher Al Qaissi, auf die Frage von Al Jazeera nach einer Kooperation mit ISIL. „Einige Gruppen haben vielleicht das gleiche Ziel und dieses deckt sich mit unserem Timing, aber wir machen unsere Pläne und führen Belagerungen durch, während diese anderen Gruppen ihre eigenen Pläne und Agenden haben mögen.“ [59]
Khudair al-Murshidi, Sprecher der irakischen Baath-Partei und Generalsekretär der Patriotischen Islamischen Nationalen Front Iraks, dementierte ebenfalls Berichte über eine Allianz der Baath-Partei und ihr nahestehenden Gruppen mit den Dschihadisten und bezeichnete sie, als “eine extreme, terroristische Bewegung. Die „befreiten Städte“ würden von Rebellen kontrolliert und über lokale, neu gebildete Räte verwaltet. [60]
„Wir haben Angst vor ihnen. Sie sind ein Problem. Aber wir müssen Prioritäten setzen“, so AMSI-Sprecher Scheich Baschar al-Faidhi. „Wir werden ISIL bekämpfen. Nur nicht jetzt,“ versichert der Stammesführer.  „Wir kämpfen gegen ein Regime, das von den USA, Iran und selbst Russland gestützt wird“, erläutert Faidhi weiter. „Der Widerstand hat nur wenige Arme und Beine. Sie kämpfen auch gegen meine Feinde. Also warum sollte ich [jetzt] gegen sie kämpfen?“
Stärke heruntergespielt
Offensichtlich ist ISIL jedoch wesentlich stärker und sein Herrschaftsbereich größer, als es die aufständischen Gruppen glauben machen wollen. Auch in Mosul ist seine Präsenz offenbar stark genug, um Bevölkerungsgruppen, wie die Christen, zu terrorisieren. Diese waren von ISIL vor die Wahl gestellt worden, sich dem Dhimma, dem alten Schutzabkommen für Angehörige anderer Religionen unter islamischer Herrschaft zu unterwerfen, inklusive Bezahlung der früher obligatorischen Kopfsteuer, „Dschizya“, oder zum Islam zu konvertieren. Andernfalls bliebe „ihnen nur noch das Schwert.“ [61]
Die anderen Gruppierungen verurteilen zwar dieses und andere verbrecherische Vorgehen,[62] wollten oder konnten dem aber nichts entgegensetzen, da dies die vollständige Vertreibung der ISIL-Einheiten aus Mosul und damit die direkte Konfrontation erfordert hätte.
Mit dem Erfolg erhielt ISIL auch erheblichen Zulauf, nicht zuletzt aus dem Ausland. Ging man in Washington im Juli noch von rund 10.000 Kämpfer aus, schraubte die CIA ihre Schätzung im September auf 20.000 bis 32.000 in beiden Ländern hoch.[63]. Inwiefern dies realistisch ist, ist schwer zu sagen, mit Sicherheit nahm die militärische Schlagkraft seiner Verbände erheblich zu und gleichzeitig auch der Teil des Territoriums, das unter seiner Kontrolle steht.
Anfangs noch zurückhaltend, ist ISIL vielerorts nun auch dabei, der sunnitischen Bevölkerung seine mittelalterlichen salafistischen Regeln aufzuzwingen. Massive Konfrontationen zwischen ihm und den Widerstandsgruppen sind daher nur eine Frage der Zeit. Erste Zusammenstöße gab es bereits im Frühjahr, im Sommer nahmen sie erheblich zu, als ISIL an einigen Orten versuchte, sie unter seine Führung zu zwingen.[64] Die „Mudschaheddin Armee“, während der Besatzung eine der größten Widerstandsgruppen, musste sich z.B. nach schweren Kämpfen aus der Stadt al-Karma in Anbar zurückziehen.
ISIL ist wesentlich besser ausgerüstet, verfügt über bessere Ressourcen und ist durch seine Brutalität und Rücksichtslosigkeit militärisch effektiver, die aufständischen Stämme und Gruppen verfügen jedoch über wesentlich mehr Kämpfer und sind fest in der Bevölkerung verankert. Die Stärke von Widerstandsgruppen, wie der Islamischen Armee oder den Naqshbandis ist naturgemäß schwer zu schätzen. Diese beruht nicht allein auf der Zahl der „Vollzeitkämpfer“, die vielleicht nur bei mehreren Tausend liegt, sondern in der Fähigkeit rasch eine erhebliche Zahl von örtlichen Mitstreitern zu mobilisieren. [Die islamische Armee hatte einst mehr als 10.000 Kämpfer. Die Naqshbandi wurde 2013 auf 5.000 Kämpfer geschätzt.[65]]
Vertreter des AMRIR schätzen die Zahl der ihm angeschlossenen Kämpfer auf 75.000. Die meisten befinden sich in Anbar, Salah al-Din und Ninive, zugehörige Gruppen gibt es jedoch auch in den Provinzen Tamim (Kirkuk) und Dyala nördlich von Bagdad, in der Umgebung der Hauptstadt selbst und in den südlichen Provinzen Karbala, Dhi Qar und Maysan.
[Die im AMRIR zusammengeschlossenen Kräfte bemühen sich auch um Unterstützung aus dem schiitischen Süden Iraks gegen das Regime in Bagdad, angesichts der großen Zahl früherer Baath-Mitglieder dort durchaus nicht ohne Erfolgsaussicht. Der zweithöchste Kommandeur sei ein Schiit aus dem Süden und es gebe enge Kontakte zu schiitischen Stämmen in Basra, Dhi Qar and Maysan, die ebenso erbittert über das Regime seien, wie sie, so die AMRIR- Vertreter.[66]]
Auch wenn der Aufstand vorwiegend von Sunniten getragen wird und sich gegen die schiitisch dominierte Regierung richtet, handelt es sich keineswegs um einen konfessionellen Konflikt. Zu Beginn gab es sogar sehr breite Unterstützung aus dem Süden. Schiitische Stämme und Organisationen, darunter die Bewegung des prominenten Geistlichen Muktada al-Sadr solidarisierten sich mit der Protestbewegung im Norden. Das änderte sich erst als ISIL auf den Plan trat und die sunnitischen Gruppen sich nicht eindeutig von ihm distanzierten. Doch auch noch im Juli warb mit Ayatollah Mahmoud Al-Hassani Al-Sarkhi ein führender schiitischer Geistlicher um Unterstützung für den Aufstand der Sunniten, da diese unterdrückt würden.[67]
Anderseits sind die Aufständischen natürlich politisch sehr heterogen. Das Spektrum reicht von sozial fortschrittlichen bis religiös-konservativen Kräften. Stärker als ihre Gegnerschaft zu den USA ist bei vielen die Feindschaft zum Iran ausgeprägt. Folgerichtig unterstützen die meisten auch den Aufstand in Syrien gegen die Assad-Regierung. Viele erhalten auch Unterstützung aus dem Ausland, insbesondere aus den benachbarten Golfstaaten, die so ‒ vor allem über Stammesführer ‒ Einfluss auf das Geschehen im Irak nehmen können.
„Amman Konferenz zur Rettung Iraks“
Nach einem ersten Treffen in Irbil, der Hauptstadt der kurdischen autonomen Region[68] kamen die aufständischen Kräfte Mitte Juli zu einem mehrtätigen Treffen in Amman zusammen, um sich auf ein einheitliches Vorgehen zu einigen. Die auf dieser „Amman Konferenz zur Rettung Iraks“ von über 200 Vertretern oppositioneller Gruppen und Stammesführern vereinbarte Koalition umfasst laut Jordan Times den größten Teil der Stammes- und Rebellentruppen im Irak. ISIL wurde nicht eingeladen und ist außen vor. Obwohl arabische Medien breit über die Konferenz und die massive Verärgerung Bagdads über ihre Duldung durch Jordanien, die zur Abberufung des irakischen Botschafters führte, berichteten, war es westlichen Agenturen keine Meldung wert.
In ihrer Abschlusserklärung fordern die Konferenzteilnehmer die internationale Gemeinschaft auf, der legitimen Rebellion, deren Ziel es sei, den Irak und die Region vor einer unsicheren Zukunft und nachteiligen Folgen zu schützen, die nötige Unterstützung zu geben.[69]
Die oppositionelle Allianz fordert die Abschaffung der „Antiterrorgesetze“, die Freilassung politischer Gefangener und die Aufnahme von Änderungen in die Verfassung, durch die den „sektiererischen Regierungen“ ein Ende gesetzt werde. Keine Einigung konnte offenbar über die künftige Beziehung zu ISIL erzielt werden. Während die meisten zumindest auf Distanz bleiben, wenn nicht aktiv seinen Einfluss begrenzen wollten,  drängten einige einflussreiche Stammesführer darauf, die Beziehungen zu den ungeliebten Dschihadisten auszubauen, da diese über besseren Nachschub an Geld und Waffen verfügten als sie.[70]
US-Luftangriffe auch gegen sunnitische Opposition
Während den westlichen Medien zufolge die Provinz Anbar im Oktober fast vollständig unter die Herrschaft ISILs fiel, hieß es auf dem Internetportal von AMSI „Revolutionäre“ hätten „die Kontrolle über den Großteil des Territorium von Anbar übernommen.“ [71] Berichte aus der Provinzhauptstadt Ramadi legen nahe, dass es nach wie vor weniger Angriffe von außen sind, die die Regierungskräfte in die Flucht schlagen, als lokale Aufständische. So zog sich die Armee am 5. Oktober kampflos aus dem Stadtgebiet Ramadis in eine Basis außerhalb der Stadt zurück. Anwohner erzählten arabischen Journalisten, die Stadt sei danach praktisch frei von Polizei und Regierungstruppen gewesen und lokale aufständische Gruppen hätten die Kontrolle übernommen. Das gleiche Bild zeigt sich auch in anderen Städten von Anbar.[72]
Folgerichtig werden die Luftangriffe der Nato-Staaten von der sunnitischen Opposition als Angriff auf sich selbst begriffen. Das Land durchlaufe entscheidende Tage und sei mit einem neuen blutigen Krieg konfrontiert, der Jahre dauern und alle Fähigkeiten der irakischen Bevölkerung erfordern werde, heißt es in einer Erklärung des AMRIR vom 20. September zur Wiederaufnahme der Kriegshandlungen durch die USA. Die US-amerikanische Strategie beruhe auf Luftangriffen und Bodentruppen zur Unterstützung einer konfessionell-sektiererischen Armee, begleitet von einer Mobilisierung schiitischer Milizen, die von iranischen Al Quds Einheiten unterstützt würden. [73]
 


[30] How Mosul fell – An Iraqi general disputes Baghdad’s story, Reuters, 14.10.214, Hassan Hassan, More Than ISIS, Iraq’s Sunni Insurgency, Sada, Carnegie Endowment for International Peace, Rainer Hermann, Die Sunniten vereinen sich zum Aufstand gegen Bagdad, F.A.Z., 14.06.2014
[31] Die tatsächliche Stärke der Armee dürfte wesentlich geringer gewesen sein, da viele Soldaten ihre Vorgesetzen bestechen um nicht bei der Truppe sein zu müssen (siehe The ‘Astronaut’ Problem: Iraqi Soldiers Who Pay Money To Officers So They Don’t Fight, niqash, 2.10.2014 und How Mosul fell … a.a.O) Dafür waren noch 10.000 Mann der paramilitärischen National Polizei in Mosul stationiert.
[32] Communiqué No. 1 – General Military Council for Iraqi Revolutionaries, Brussels Tribunal, 15.1.2014
[33] The Tribal Component of Iraq’s Sunni Rebellion: The General Military Council for Iraqi Revolutionaries, Jamestown Foundation, Terrorism Monitor Volume: 12 Issue: 13, 26.6.2014
[34] Iraq’s Sunni tribal leaders say fight for Fallujah is part of a revolution, Washington Post, 12.3.2014
[35] Jürgen Todenhöfer, Terrororganisation ISIS „Nur scheinbar die größte Rolle“, Kölner Stadt-Anzeiger, 15.06.2014
[36] Hassan Hassan, More Than ISIS, Iraq’s Sunni Insurgency, Sada, Carnegie Endowment for International Peace, Birgit Cerha, „ISIS hat unsere Revolution gestohlen“ – Nur der Hass auf Iraks Premier Maliki eint eine breite Front militanter arabischer Sunniten, IFAMO, 27.6.2014
 17.6.2014, Mosul crisis and the Tribal Revolutionary Military Councils, Journal of Turkish Weekly, 24 June 2014, Jessica T. Mathews, Iraq Illusions, ISIS is only one of an almost uncountable mélange of Sunni militant groups, New York Review of Books, 14.8.2014
[37] We Won’t Be Your Trojan Horse: Sunni Muslim Militias Decide They Won’t Fight With IS – or The US Alliance, Niqash, 16.10.2014
[38] www.heyetnet.org/en
[39] Victoria Fontan, Occupy Fallujah – The Other Occupy Movement, Counterpunch, 24.72013, Victoria Fontan, ISIS, the Slow Insurgency, 13.6.2014
[40] Joachim Guilliard, Jahresrückblick Irak: Wo der Terror regiert – Das Erbe der Besatzer: blutige Repression und eskalierende konfessionelle Gewalt, junge Welt 28.12.2013
[41] Juan Cole: Mass Sunni Uprising Forces Iraq to Confront Sectarian Blowback of 2003 U.S. Invasion, Democracy Now, 18.6.2014
[42] Report 2013,  Human Rights Watch, Iraq: Security Forces Abusing Women in Detention, Human Rights Watch, 26.2.2014, Human Rights Watch condemns situation in Iraq, Al-Monitor, 7.2.2014
[43] Haifa Zangana, Fallujah Revisited, Counterpunch, 31.01.2013
Support Iraqi Protests Against the Second Face of the Occupation, IAON, 12.1.2013
Anbar Protests Continue Amid Rumors of Foreign Support, Al-Monitor, 8.2.2013
[44] Make or Break: Iraq’s Sunnis and the State, International Crisis Group, Middle East Report N°144, 14.8.2013
[45] 1920s Revolution Brigades was hoping for some kind of advancement of Sunni Arab interests through working within the system, declaring in a statement on the Hawija massacre in April 2013: "We affirmed previously that we respect the choice of our people [i.e. the Sunnis] in these protest squares to demonstrate peacefully." In the aftermath of this incident, the group also affirmed the right to engage in ’self-defense,‘ declaring that "we are today in a state of defending ourselves and our people." – Aymenn Jawad Al-Tamimi, Iraq Insurgent Profiles – The 1920s Revolution Brigades, aymennjawad.org, 14.7.2014
[46] Iraq: Falluja’s Faustian Bargain, International Crisis Group, Middle East Report N°150, 28.4.2014,
Dahr Jamail, Iraqi Government Killing Civilians in Fallujah, Truthout, 3.3.2014
[47] Mustafa Habib, Inside Fallujah: Crowded Cemeteries, Flattened Buildings And Potential Revolution, Niqash, 28.08.2014
[48] IS-Terror: Gleichzeitig mit und gegen Assad kämpfen, Hamburger Abendblatt, 11.09.2014
[49] Inside Mosul: Why Iraqis are Celebrating Islamic Extremists’ Takeover of their City, Niqash, 12.6.2014
[50] Only days after Mosul fell, Iraqis start returning, AP, 15.6.2014
[51] Iraq army capitulates to Isis militants in four cities, The Guardian, 12.6.2014
[52] ISIS seen as liberators by some Sunnis in Mosul, Al-Monitor, 11.6.2014
[53] Interview with Maj. Gen. Mizher Al Qaissi’s, Official Spokesman for The General Military Council for Iraqi Revolutionaries, Al Jazeera, 24.6.2014, Iraq Witnessing a Popular Revolution, Al-Faidhi Says, AMSI, 17.6.2014
[54] Iraq Grand Mufti Rafi Al-Rifa’i: “Popular revolution” heading to Baghdad — Highest Sunni authority in Iraq calls on people to "rise up" against Maliki, Asharq Al-Awsat, 25.6.2014
[55] Uneasy Alliance Gives Insurgents an Edge in Iraq, NYT, 18.6.2014
[56] New militant group replacing Isis in Mosul, says city governor, The Guardian, 18.7.2014
[57] Iraq  ISIL takeover or anti-Maliki uprising, Middle East Eye, 17.6.2014
[58] Maliki asks for US help as ISIS expands in Iraq, Al-Monitor, 13.6.2014, The Re-Baathification of Iraq, Foreign Policy, 21.8.2014
[59] Translation of Maj. Gen. Mizher Al Qaissi’s Video with Al Jazeera, Al Jazeera, 24.6.2014
[60] Baath spokesman denies alliance with Islamic State, Tribal rebels are controlling and managing the liberated cities, and governing the affairs of the people through local councils that were formed for this purpose, Al-Monitor, 15.7.2014
[61] Die Dschizya war das Pendant zu der von Muslimen zu errichtenden Steuer, der „Zakat“. In der von ISIL kontrollierten syrischen Stadt Raqqa, in der die Dschihadisten im Februar ihre mittelalterliche Regeln gewaltsam durchzusetzten suchten, akzeptierte die christliche Gemeinde schließlich ein solcher „Schutzabkommen“ und die Zahlung entsprechender Gelder ‒ laut Haaretz je nach Einkommen zwischen 250 bis 1000 Dollar pro Jahr. In Mosul verweigerten die Kirchenführer ein Treffen mit ISIL, der daraufhin ein Ultimatum setzte. Ein großer Teil der Christen floh daraufhin aus der Stadt.
[62] "Naqshbandi" Organization announces its refusal for ISIS displacement of Christians in Mosul, Shafaq News, 22.7.2014
[63] Islamic State Rebuilds Its Manpower In Iraq And Syria, Musings On Iraq, 15.9.2014
[64] In Fighting Between Islamic State And Other Armed Factions Increases In Iraq’s Diyala, Musings On Iraq, 5.8.2014, Jaysh al-Mujahideen Iraq Statements: Clashes with the Islamic State: Translation and Analysis,  Aymenn Jawad Al-Tamimi, 26.8.2014
[65] Izzat Ibrahim al-Douri: the King of Clubs is back, and he may yet prove to be Saddam Hussein’s trump card, Telegraph, 18.5.2013
[66] The Tribal Component of Iraq’s Sunni Rebellion: The General Military Council for Iraqi Revolutionaries, Jamestown Foundation, Terrorism Monitor Volume: 12 Issue: 13, 26.6.2014
[67] Iraqi Shia cleric declares support for Sunni uprising, 5Pillarz, 4.7.2014, Prominent Shia cleric supports Sunni uprising, Middle East Monitor, 10.7.2014
Sarkhi hat Hunderte Anhänger in Baghdad, seine stärkste Basis ist aber in Basra und hier vor allem in Arbeitervierteln. (Clashes in Karbala with supporters of Sheikh al-Sarkhi leave behind many questions, Al Akhbar, 3.7.2014
[68] Baghdad seethes as Erbil hosts revolutionary tribal conference, Al-Monitor, 28.7.2014
[69] Amman Conference Closing Statement, Brussells Tribunal, 18.8.2014
[70] Amman conference to save Iraq, Iraqi opposition, tribes launch new coalition from Amman, Jordan Times, 19.07.2014
[71] Revolutionaries manage to control most of Anbar territory, AMSI, Iraq News Summary, 5.10.2014.
[72] Update On Security In Iraq’s Anbar Provincem, Musings On Iraq, 15.10.2014
[73] Aymenn Jawad Al-Tamimi, General Military Council for Iraq’s Revolutionaries: 20 September Statement: Translation and Analysis, Sep 24, 2014 at 9:47 pm

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