„Feste feiern, wie Sie fallen!“

Die DFG-VK Berlin-Brandenburg und das „Büro für antimilitaristische Maßnahmen“ (BamM!) hatten ein Flugblatt mit dem Titel „Feste feiern, wie sie fallen“ verteilt in dem sie ankündigten, am „Ehrenmal der Bundeswehr“ Schampus zu trinken, wenn der nächste Soldat in Afghanistan „fällt“.
Doch nicht nur Behörden und Bellizisten regen sich auf, es häuften sich auch die Distanzierungen aus den eigenen Reihen. Besonders heftig reagierte dabei wieder einer der eifrigsten Tugendwächter der Friedensbewegung, Jürgen Grässlin: (Die DFG-VK steht am Scheideweg)

Tag Y
Natürlich kann man sich über den Stil und praktischen Nutzen der Aktion streiten, aber aufregen sollte man sich doch über das, was die satirisch angegriffe Truppe vor Ort treibt.
Die Antimilitaristen aus Berlin-Brandenburg erinnern in dem Zusammenhang an das Kundus-Massaker und die Einstellung des Ermittlungsverfahren gegen den Hauptverantwortlichen vor Ort, Oberst Georg Klein. Sie betonen in einem jW-Interview, dass sie durch die Provokation aufrütteln und die „Heimatfront schwächen“ wollten.

Die Bundeswehrführung versucht, Soldaten mit öffentlichen Gelöbnissen, der Verleihung von Tapferkeitsmedaillen im Eisernen-Kreuz-Stil und eben mit dem Ehrenmal zu heroisieren. Wenn Politiker fast aller Parteien ständig betonen, daß die Soldaten den Rückhalt der Gesellschaft benötigen, um motiviert und erfolgreich ins Gefecht zu ziehen, sagen wir: Nein, den verdienen sie nicht, sie verdienen nicht Ruhm und Ehre, sondern Verachtung.
Das wird Soldaten aber nicht bekehren.
Nein, aktive Soldaten kaum. Aber eine solche Verächtlichmachung kann vielleicht Jugendliche, davon abhalten, zur Bundeswehr zu gehen. Und schließlich wollen wir Friedensbewegte ansprechen. Denn der Krieg dauert jetzt fast neun Jahre, unsere Aktionsformen aber stagnieren viel zu sehr auf dem Niveau der alten »Friedenszeiten« in den 1980ern. Wir brauchen neue Ideen, neue Kampagnen, und wir alle müssen uns fragen, wie wir die Heimatfront schwächen können.

In einem längeren Interview in ZivilCourage 1/2010 begründen zwei AktivistInnen ihre Motivation noch ausführlicher.

Ein Gedanke zu “„Feste feiern, wie Sie fallen!“”

  1. Wo bekommt man den Flyer zum Download? „Am Scheideweg“.
    Im OpenSource-Softwarebereich nennt man das „einen Fork machen“.
    Also sich splitten und eigene Wege gehen.

    Wo kann man diese beiden Plakate in bester Qualität herunterladen?
    Was hatte die Polizei oder Justiz (die Polizei kann ja keine Alleingänge machen) denn gegen das harmlose hier gezeigte Plakat?
    Wenn ich mir so etwas in der Öffentlichkeit aufhänge (Hinter die Autoheckscheibe…) locke ich damit wohl (leider) keinen Polizisten bzw. Juristen aus seiner Deckung.
    Ich schreibe aus Erfahrung, ich habe folgendes hinter der Heckscheibe:

    „Die Polizei, ein Sammelbecken von Asozialen und Kriminellen
    (Dr. Ulrich Brosa aus Amöneburg)“

    Sogar der Bürgermeister „Dr. Franz-Georg Rips“ hat sich ein Foto davon machen lassen. Eine Auszeichnung. Evtl. hängt es jetzt eingerahmt im Rathaus ;D .
    Als Jurist wird er aber wissen dass da keine Chance auf Verfolgung besteht.
    Herr KHK Fischer der KP Kerpen sollte es zwar auch wissen, aber er hat eine Vorladung geschickt. Naja, wenn mir das Klopapier ausgeht…
    So einen Wisch kann man getrost ohne abzusagen ignorieren, die Vorladung eines Polizisten hat keinerlei rechtliche Verpflichtung.
    Da Polizisten um die Nichtstrafbarkeit wissen, ist so eine Vorladung ganz klar der Versuch einer Selbstjustiz im Amt bzw. Amtsmissbrauch, und Strafbar (Ungerechtfertigte Ermittlung).
    Der Bestrafungsversuch durch die Vorladung, und evtl. damit verbundene „Panik“. „Geldstrafe“ wenn sich jemand freinehmen muss (Urlaubstag…), Sprit verfährt usw.
    Und dann noch Strafe durch Einschüchterung bzw. Nötigung durch den Aufbau einer Drohkulisse und Lüge über die angebliche Strafbarkeit.
    Dann kommt wohl zwangsläufig das „großzügige Angebot“ dass man die ganze Sache fallen lässt, wenn man es entfernt und nie wieder macht.
    Solches Verhalten von Polizisten könnte man nach Strafgesetz und Polizeigesetz verfolgen.

    Hier der genannte Ausdruck:
    /VdJjh

    Hier eine neuere Version mit selbst kreierter Polizei-Flagge:
    /LXI04
    (hinter goo Punkt gl setzen)

    Wenn ich mir dieses böse „Beim Bund ist alles Doof“ dahin hänge, locke ich damit NIEMAND.
    Warum? Klappt das nur, wenn die Person einen gewissen Bekanntheitsgrad hat?!
    Ich habe bestimmt schon über ein Jahr dsas online was hier ich hier als URL eingetragen habe.
    Auch erreichbar über den Token 17499 auf short-link (de).
    Auch als Facebook-Benutzerbild.
    *Sing* „Kein Schwein zeigt mich an, kein Schwein interessiert sich für mich…“ ;-).

    Den Schampus-saufen-Flyer der BAMM hätte ich auch sehr gerne. Dafür muss es doch noch Downloadquellen geben. Mit dem würde ich sehr gerne rumfahren.
    Ihr müsst ja nicht gleich hier direkt verlinken. Geht auf Goo.gl oder short-link Punkt de und nennt mir hier nur den Kurzcode. Bei Goo Punkt gl drauf achten dass die Groß/Kleinschreibung übernommen wird!
    Wo wir schon dabei sind, das WIZO-Plakat mit dem gekreuzigten Schwein in hoher Auflösung wäre auch nicht schlecht.

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