AI und Iran – oder wie man einen Schurken macht

Die dt. Sektion hat z.B. in den letzten 12 Monaten 30 Einträge zum Irak und ganze 12 zu Afghanistan, obwohl Deutschland immerhin mit rund 4300 Soldaten direkt an der Besatzung beteiligt ist und eine große Region kontrolliert. Noch weniger Interesse hat sie am EU-Protektorat Bosnien-Herzegovina, wo Deutschland ebenfalls eine gewichtige Rolle spielt. Und selbst bzgl. Israel/Palästina, findet man – trotz Gaza-Krieg nur 20.
Zum Iran weist ihre Homepage jedoch stolze 160 Einträge pro Jahr auf, 8 bis 16 mal so viel Einträge wie zu den meisten anderen Länder, darunter so berüchtigte wie Kolumbien.
Immerhin widmet sich die dt. Sektion auch noch sehr stark den USA, wodurch es hierzu immerhin 75 Eintäge gibt, allerdings fast nur zu drohenden Hinrichtungen.
Ein gutes Beispiel für die einseitige Sicht von Amnesty International ist auch ihr aktueller Brief an „Iraks politische Führer“ zu den bevorstehenden Parlamentswahlen. Kein Wort darin, über den Ausschluß eines Großteils der säkularen, nationalistischen Opposition von den Wahlen, darunter einige der promintesten irakischen Politiker.
AI appelliert nur an alle Seiten, trotzdem friedlich zur Wahl zu gehen. Ihr Appell an aller irakischen Parteien, die Menschenrechte zu achten und keine Gewalt gegen Zivilisten zu üben, ist selbstverständlich unterstützenswert. Er klingt aber reichlich hohl, wenn die selbe Forderung nicht auch an die Besatzungstruppen und ihre privaten Söldner gerichtet wird. Deren Gewalt scheint in den letzten Jahren völlig aus dem Monitor von AI verschwunden zu sein.
Iraq elections – Open letter to Iraq’s political leaders, Amnesty International, 22 February 2010

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